So glücklich wie gestern war Ababo Anate seit Langem nicht mehr: Die Ausländerbehörde hat dem aus Togo stammenden, todkranken Mann am Vortag überraschend eine Aufenthaltserlaubnis bis zum 22. Januar kommenden Jahres gegeben. Ursprünglich war Anate für Anfang dieser Woche mit Abschiebung in sein Heimatland gedroht worden.Mitarbeiter der Ausländerbehörde haben dem 43-Jährigen im Gespräch weiter versichert, dass nach Ablauf der Aufenthaltsfrist geprüft werde, ihn als Ausnahmefall zu behandeln, um den Aufenthalt in Deutschland zu sichern. Im zuständigen Sozialamt ist dem Togoer außerdem sofort eine Summe von 330 Euro für die Lebenshaltungskosten im August ausgezahlt worden.Wie berichtet, war Anate zunächst zum Studium der Agrarwissenschaft nach Russland gegangen. Ab 1997 wollte er in Berlin seine Doktorarbeit fertig schreiben. Stattdessen kämpft er inzwischen seit fast sechs Jahren gegen einen aggressiven Krebs und muss an Krücken gehen. Die Ärzte hatten ihm beim Klinikaufenthalt im Jahr 2002 eine Überlebenszeit von einem halben Jahr prognostiziert. Während des Klinikaufenthaltes war Anate exmatrikuliert worden. In der Folge verlor der Togoer seine Aufenthaltsbewilligung, dann seine Wohnung mit allen Privatunterlagen.Der außergewöhnliche Fall hatte nach der Veröffentlichung in der Berliner Zeitung schnell Beachtung gefunden. So schalteten sich unter anderen der Ausschuss für Menschenrechtsfragen der Ärztekammer und der Flüchtlingsrat ein. "Wir sind zufrieden mit der vorläufigen Lösung", sagte gestern Jürgen Hölzinger von der Ärztekammer. Die Ärztekammer hofft, dass Anate letztlich dauerhaft bleiben kann, um, wie Hölzinger sagte, auf diesem Weg der schweren Erkrankung Rechnung zu tragen. Anate selbst will sein Schicksal der Härtefallkommission des Senats schildern. Diese Kommission kann unabhängig von der Gesetzeslage Flüchtlingen einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland zusichern.------------------------------Foto : Ababo Anate darf vorerst in Berlin bleiben.
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