WASHINGTON, 6. August. Das US-Außenministerium hat am Donnerstag die Bundesrepublik wegen der Abschiebung von Bosnien-Flüchtlingen kritisiert. Sprecher James Foley sagte, die deutsche Regierung sollte die Flüchtlinge nicht in Gebiete abschieben, aus denen sie nicht stammen. Einige Flüchtlinge seien "schlicht und ergreifend außer Landes gebracht" worden, klagte Foley. Diese Politik widerspreche internationalen Gepflogenheiten. Nach Foleys Worten quartieren sich viele abgeschobene Flüchtlinge in Wohnungen ein, die eigentlich anderen Flüchtlingen gehörten und die sich nun nicht auf normalem Weg für die Wahlen registrieren lassen können. "Die Flüchtlinge sollten an ihre ursprünglichen Wohnorte zurückkehren können", forderte Foley. Zugleich lobt er die "besonders großzügige" Aufnahme von mehr als 450 000 Flüchtlingen durch Deutschland.Washington erwarte, daß die Bundesregierung ihre Abschiebepolitik überdenke und die Rückkehr der Flüchtlinge künftig in Kooperation mit dem UNHCR und mit der bosnischen Regierung organisiere. Das Thema sei auch bei der Begegnung von SPD-Kanzlerkandidat Gerhard Schröder und US-Außenministerin Madeleine Albright am Mittwoch erörtert worden. (AFP)
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