In die fünf Sanierungsgebiete von Prenzlauer Berg ist in den vergangenen zehn Jahren mehr als eine Milliarde Mark in die Modernisierung und Instandsetzung von Wohnhäusern geflossen. Diese Bilanz ziehen das Bezirksamt, die Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung (Stern) und das Land Berlin. Demnach sind ein Drittel aller rund 32 000 Wohnungen in den Vierteln Helmholtzplatz, Kollwitzplatz, Teutoburger Platz, Wins- und Bötzowstraße saniert. Die am Donnerstag in der Kulturbrauerei eröffnete Ausstellung "Halbzeit Stadterneuerung" dokumentiert auf Schautafeln den Stand der Arbeit in den Sanierungsgebieten. So wurden in den vergangenen zehn Jahren vom Land Berlin rund 600 Millionen Mark Fördermittel in die Modernisierung der heruntergekommenen Mietshäuser aus der Gründerzeit investiert. Allerdings blieben viele Projekte nach Ansicht der Macher auf der Strecke, so die Erneuerung von Kitas, Schulen und Parks. Nach dem Ende von Förderungen nahm die Zahl privater Geldgeber für die Bauprojekte zu. Inzwischen gehen nur noch ein Viertel an öffentlichen Mitteln nach Prenzlauer Berg. Gerade das verunsichert aber die Anwohner. "Es sind bereits viele Mieter aus ihrem Kiez verdrängt worden", sagte Matthias Bernt von der Betroffenenvertretung Helmholtzplatz. Er forderte während der Ausstellungseröffnung, die "soziale Stadterneuerung" ernst zu nehmen.Doch ohne private Geldgeber geht es inzwischen nicht mehr. "Wir brauchen das private Geld für das private Eigentum und das öffentliche Geld für das öffentliche Eigentum", sagte Bausenator Peter Strieder (SPD). Die Folge: Das Tempo von Sanierungsarbeiten werde sich verlangsamen. (gäd.)Ausstellung "Halbzeit Stadterneuerung", Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, geöffnet Di-So 13-20 Uhr."Es sind bereits viele Mieter aus ihrem Kiez verdrängt worden." M. Bernt, Anwohner
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]