Deutschlands ältester Boulevard Unter den Linden ist neben einem Frühlingsspaziergang auch einen Ausflug in die Historie wert. Im Knoblauchhaus im Nikolaiviertel sind Fotografien der inzwischen 350jährigen Prachtstraße aus der Zeit zwischen 1855 und 1927 zu sehen.Wo die - wegen Bauarbeiten gesperrte - Wilhelmstraße die Linden in Richtung Marschallbrücke kreuzt, stand 1865 noch die Konditorei Hegenberg. Die heute breite Straße war damals nichts als eine Tordurchfahrt durch das zweigeschossige Haus. Schräg gegenüber, Hausnummer 2, wurde 1906 im Auftrag eines gewissen Lorenz Adlon sogar ein Schinkel-Bau geschleift: das Redernsche Palais.Die Ausstellung im Knoblauchhaus dokumentiert mit 67 wenig bekannten Bildern aus der Sammlung des Stadtmuseums vor allem, daß es die Linden nie gab. Innerhalb weniger Jahre änderten sich Hausfassaden, Gebäudehöhen und die Gestaltung des Mittelstreifens immer wieder. Auch abzweigende Gassen verschwanden, neue Verbindungen - wie die heutige Glinkastraße - wurden hindurchgebrochen. Wo heute lange Blocks wie das soeben fertig sanierte Bundestagsgebäude auf der Nordseite der Straße stehen, empfingen kleine Läden, Restaurants und Friseure ihre Kunden. Prachtvolle Geschäfts-Passagen wie die Kaiser- und die Lindengalerie lockten zum Schaufenster-Bummel zwischen den Linden und der Behrenstraße.sn Die Foto-Ausstellung im Knoblauchhaus, Poststraße 23, ist noch bis zum 4. Mai dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. +++
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