Das Gelände des einzigen komplett erhaltenen ehemaligen Berliner Zwangsarbeiterlagers wird erstmalig zugänglich gemacht. In den 13 Baracken an der Britzer Straße 1-3 eröffnet am kommenden Dienstag um 18 Uhr der Förderkreis Zwangsarbeiterlager Berlin-Schöneweide sein Sommerprogramm. Bis September finden dort jeweils freitags und sonnabends Rundgänge sowie Gespräche mit Zeitzeugen statt. Der Verein setzt sich für den Erhalt des ehemaligen Lagers und für dessen Nutzung als Informations- und Dokumentationszentrum ein. Die Baracken an der Ecke zur Köllnischen Straße waren im Jahr 1993 bei Sanierungsarbeiten wieder ins Bewusstsein gerückt. Über Jahrzehnte waren auf dem drei Hektar großen Gelände Werkstätten, Autohändler und Behörden untergebracht. Rund 2 000 Zwangsarbeiter aus Belgien, Frankreich, Holland, Polen und der Ukraine waren von 1943 bis 1945 in den Barackenlager in Niederschöneweide interniert und von dort aus in Rüstungbetriebe im Südosten Berlins gebracht worden. In Berlin gab es im zweiten Weltkrieg tausend Zwangsarbeiterlager. Zum Programm, das der Förderkreis bis zum 28. September organisiert, gehören auch Kunst- und Schülerprojekte sowie mehrere Ausstellungen. (leh.)Infos gibt es unter www.zwangsarbeit-in-berlin.de
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