Ausstellungspremiere in Paris / Herzog eröffnet Schau

Berlin zieht mit seinen Baustellen durch die Welt

Ulrich Paul Paris
3 Min

Bundesbauminister Klaus Töpfer (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) und Bundespräsident Roman Herzog wollen heute abend in Paris die neue große Berlin-Ausstellung eröffnen. Die Präsentation im Neubau "La Grande Arche" im Westen der Metropole soll zeigen, wohin sich Berlin bis zum Jahr 2000 entwickelt und was bisher erreicht worden ist.Um den Besuchern die Situation in der deutschen Hauptstadt zu verdeutlichen, haben die Ausstellungsmacher die Präsentationsräume praktisch zur Baustelle umfunktioniert: Verzinkte Baugerüste, bunte Gitternetzplanen und auberginefarbene Schaltafeln sollen das entsprechende Gefühl vermitteln. Ziel der Präsentation ist, das Interesse an der Spreemetropole zu wecken und Touristen und Investoren zu werben.Die Schau im Dachgeschoß der Grande Arche widmet sich den Themen Politik und Geschichte, Hauptstadtplanung, Kultur, Stadtstruktur und Wirtschaft. Rund 150 Exponate - Baumodelle, Fotos, Zeichnungen - informieren über die Entwicklung an der Spree. Der Themenbereich Geschichte und Politik wird etwa mit dem DDR-Schulungsmodell des Grenzübergangs Checkpoint Charlie veranschaulicht. Es bildet zugleich den Hintergrund des Gesamtmodells vom künftigen Business-Center am Checkpoint Charlie. Über ihm schweben lupenartig vergrößert einzelne Gebäude des Projekts. Vorgestellt wird aber auch die Bundesstadt Bonn als Sitz internationaler Einrichtungen und Wissenschafts-, Wirtschafts- und Kulturzentrum.Die Präsentation, die bis zum 5. Januar 1997 läuft, ist eine gemeinsame Ausstellung des Bauministeriums, des Bundestags und des Landes Berlin. Sie wurde in Kooperation mit dem Goethe-Institut und der Marketinggesellschaft Partner für Berlin konzipiert. Die Kosten belaufen sich auf rund eine Million Mark. Anschließend geht die Ausstellung auf Weltreise nach London, New York, Chikago, Tokio und Seoul.Begleitet wird die Schau von einem umfangreichen Rahmenprogramm. So zeigt das Pariser Museum der modernen Kunst die große Georg-Baselitz-Retrospektive, eine Ausstellung des New Yorker Guggenheim-Museums und der Berliner Nationalgalerie. Im Auditorium des Louvre werden Opernfilme mit Inszenierungen von Walter Felsenstein und Harry Kupfer zu sehen sein. Die Schaubühne zeigt vom 12. November bis zum 1. Dezember das Stück "Le Pole". Mit dabei ist auch das Berliner Ensemble, das vom 12. bis 15. Dezember mit dem Heiner-Müller-Stück "Quartett" an der Seine gastiert. Am 20. November stellen sich in Berlin bauende Architekten den Fragen des Pariser Publikums. Um die wirtschaftliche Entwicklung geht es auf einem Wirtschaftssymposium Pariser und Berliner Unternehmen Ende November.Frankreich zeigt sich in Berlin bereits von vielen Seiten. Dazu zählt unter anderem die Galeries Lafayette. Der Entwurf für das Gebäude des Modekaufhauses stammt vom französischen Architekten Jean Nouvel. Aus der Feder von Dominique Perrault stammt der Plan für die filigrane Radsporthalle in Prenzlauer Berg. +++

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