Australiens Regierung zeigt sich zunehmend besorgt über eine schwere Mäuseplage im Westen des Landes. Energieminister Chris Bowen erklärte am Samstag, man arbeite gemeinsam mit der Agrarbranche daran, Schäden für die Lebensmittelversorgung im In- und Ausland zu begrenzen. Reuters berichtete unter Berufung auf Regierungsangaben, besonders betroffen seien die Weizenregionen in Western Australia.
Australien gehört zu den größten Weizenexporteuren der Welt. In den vergangenen Wochen hatten Bauernverbände bereits vor erheblichen Ernteverlusten gewarnt. Viele Landwirte verlangen inzwischen die Zulassung stärkerer Mäusegifte.
Australische Medien berichten von einer regelrechten Explosion der Populationen. In Teilen des sogenannten Wheatbelt sollen inzwischen bis zu 8000 Mäuse pro Hektar gezählt worden sein. Wissenschaftler der staatlichen Forschungsbehörde CSIRO stufen bereits Werte ab etwa 800 bis 1000 Mäusen pro Hektar als „Plage“ ein.
Bauern berichten von verwüsteten Feldern
Besonders betroffen sind nach Berichten australischer Medien die Regionen rund um Geraldton, Esperance und große Teile des Weizengürtels im Westen des Landes. Bauern schildern, wie Mäuse frisch ausgesäte Samen fressen, Getreidesilos befallen und nachts massenhaft über Straßen laufen. Der Farmer John Warr sagte dem Sender ABC, er habe „noch nie so viele Mäuse“ auf seinen Feldern gesehen. In ländlichen Orten rieche es inzwischen vielerorts nach verwesenden Nagern.
Nach Angaben von Branchenverbänden drohen Schäden in Milliardenhöhe. Allein in Western Australia könnten die Mäuse laut konservativen Schätzungen binnen weniger Wochen Ernteverluste von mehr als 50 Millionen australischen Dollar verursachen.
Streit um stärkere Gifte
Im Zentrum der Debatte steht ein stärkeres Gift mit höherer Konzentration des Wirkstoffs Zinkphosphid. Bauernverbände und Wissenschaftler fordern seit Wochen eine Notfallzulassung. Nach ihren Angaben müssen Mäuse bei den bisher erlaubten Mitteln oft mehrere Giftkörner fressen, bevor sie sterben.
Die australische Zulassungsbehörde APVMA lehnt eine Freigabe bislang ab und verweist auf unzureichende Daten zur Sicherheit. Australien erlebt regelmäßig schwere Mäuseplagen. Die bislang schlimmste bekannte Welle traf das Land 1993. Damals zerstörten die Tiere laut der nationalen Forschungsbehörde tausende Hektar Felder und griffen sogar Nutztiere in Schweine- und Geflügelfarmen an.
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