Flugalarm

Bombendrohung auf Flug nach Wien: Kampfjet eskortiert Airbus zur Notlandung

57 Menschen waren an Bord der Austrian-Airlines-Maschine aus Tel Aviv. Nach einem Alarm über Osteuropa griff die bulgarische Luftwaffe ein.

4 Min
Eine Maschine von Austrian Airlines

Eine Maschine von Austrian Airlines

© Graham Hughes/imago

Wegen einer Bombendrohung hat ein Passagierflugzeug der Austrian Airlines am Sonntagabend außerplanmäßig in Bulgarien landen müssen. Die Maschine befand sich mit 57 Menschen an Bord auf dem Weg von Tel Aviv nach Wien, als die Besatzung von einer möglichen Bombe erfuhr. Die bulgarische Luftwaffe schickte daraufhin einen Kampfjet vom Typ MiG-29, der den Airbus A320 bis zum Flughafen der Hauptstadt Sofia begleitete.

Das bulgarische Verkehrsministerium teilte über die staatliche Nachrichtenagentur BTA mit, die Piloten hätten in der Nähe der rumänischen Grenze einen Hinweis auf eine Bombendrohung gemeldet und sich daraufhin für eine außerplanmäßige Landung entschieden.

An Bord des Fluges OS82 befanden sich 51 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder. Austrian Airlines bestätigte gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA, dass eine Drohung gegen den Flug eingegangen sei. Die Maschine sei um 20.42 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit sicher in Sofia gelandet.

MiG-29 steigt wegen Bombendrohung auf – Airbus sendet Notsignal

Nach Angaben des bulgarischen Verteidigungsministeriums wurden um 21.17 Uhr Ortszeit die für die Luftraumüberwachung bereitstehenden Kampfjets alarmiert. Die MiG-29-Maschinen wurden im Rahmen der Nato-Mission Air Policing eingesetzt. Der Einsatz sei mit dem zuständigen Nato-Luftoperationszentrum im spanischen Torrejón abgestimmt worden, berichtet das bulgarische Nachrichtenportal Darik News unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.

Flugverfolgungsdaten zeigen, dass der Airbus kurz vor der bulgarisch-rumänischen Grenze von seiner geplanten Route abwich und nach Süden abdrehte. Laut der Plattform ADS-B Exchange übermittelte die Maschine dabei den internationalen Notfallcode 7700. Dieser signalisiert der Flugsicherung eine allgemeine Luftnotlage.

Das österreichische Luftfahrtmagazin Austrian Wings rekonstruierte den Flug anhand der aufgezeichneten Daten. Demnach war der Airbus mit dem Kennzeichen OE-LZE um 19.04 Uhr Ortszeit in Tel Aviv gestartet und hatte eine Reiseflughöhe von rund 11.600 Metern erreicht. Gegen 21.13 Uhr bulgarischer Zeit änderte die Maschine ihren Kurs. Knapp eine halbe Stunde später landete sie in Sofia.

Passagiere verlassen Flugzeug – Drohung soll aus Österreich gekommen sein

Nach der Landung wurden sämtliche Passagiere aus der Maschine gebracht. Bulgarische Sicherheitskräfte begannen mit der Durchsuchung des Airbus. Die Regierung richtete einen Krisenstab ein, um die Untersuchungen zu koordinieren.

Nach Informationen der israelischen Zeitung Haaretz war zuvor ein anonymer Hinweis auf einen verdächtigen Gegenstand an Bord eingegangen. Das Nachrichtenportal Ynet berichtete, die Warnung sei von einem österreichischen Staatsbürger gekommen, der selbst nicht in dem Flugzeug gesessen habe. Eine offizielle Bestätigung dieser Angaben liegt bislang nicht vor.

Unter den Passagieren soll sich nach Informationen der Times of Israel auch eine Gruppe junger Menschen befunden haben, die bei den Vereinten Nationen eine Rede halten wollte.

Austrian Airlines kündigte zunächst an, die Passagiere nach Abschluss der Sicherheitsüberprüfung schnellstmöglich auf alternative Verbindungen umzubuchen. Die Sicherheit der Fluggäste und der Besatzung habe oberste Priorität, erklärte eine Sprecherin.

Die Flugchronik von Flightradar24 weist inzwischen einen Weiterflug desselben Airbus von Sofia nach Wien aus. Die Maschine mit dem Kennzeichen OE-LZE erreichte demnach in der Nacht zum Montag den österreichischen Hauptstadtflughafen. Ob sich die ursprünglichen Passagiere bei diesem Weiterflug an Bord befanden, wurde zunächst nicht bestätigt.

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Bereits mehrere Bombendrohungen gegen Flüge mit Israel-Bezug

Der Vorfall ereignete sich wenige Tage nach weiteren Bombenwarnungen im Flugverkehr mit Israel. In der vergangenen Woche waren nach Angaben der Jerusalem Post zwei Flüge der US-Fluggesellschaft Delta Air Lines von anonymen Bombendrohungen betroffen. In beiden Fällen erwiesen sich die Warnungen nach Sicherheitsüberprüfungen als Fehlalarm.

Bei dem Austrian-Airlines-Flug vom Sonntag wurden zunächst keine Verletzten gemeldet. Eine behördliche Bestätigung über das abschließende Ergebnis der Durchsuchung sowie über die Herkunft der Drohung lag am Montagmorgen noch nicht vor.

Bereits am 30. September hatte es auf einem Flug von Dubai nach Tel Aviv einen schweren Sicherheitsvorfall gegeben. Ein Copilot der Fluggesellschaft Flydubai griff den Kapitän mit einer Axt an und versuchte offenbar, die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Vereinigten Arabischen Emirate wollte der Mann die Maschine nach dem Vorbild der Terroranschläge vom 11. September 2001 in den israelischen Ben-Gurion-Flughafen steuern. Der Angriff konnte durch die Crew und Passagieren verhindert werden, die Maschine landete sicher in Saudi-Arabien.

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