Luftfahrt

Austrian-Boeing lässt nach Defekt Kerosin über Uckermark ab

Ein vibrierender Scheibenwischer hat eine Boeing 777 der Austrian Airlines zur Umkehr gezwungen. Über der Uckermark ließ die Maschine mehrere Tonnen Kerosin ab.

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Austrian Airlines äußerte sich gegenüber der Ostdeutschen Allgemeinen zu dem Vorfall (Symbolbild).

Austrian Airlines äußerte sich gegenüber der Ostdeutschen Allgemeinen zu dem Vorfall (Symbolbild).

© Marcus Brandt/dpa

Ein vibrierender Scheibenwischer hat eine Boeing 777 der Austrian Airlines auf dem Weg von Wien nach New York zur Umkehr gezwungen. Über Brandenburg ließ die Maschine mehrere Tonnen Kerosin ab. Es ist nicht der erste Fall dieser Art in diesem Jahr.

Der Flug OS37 der Austrian Airlines von Wien nach New York-Newark ist am 11. September 2026 nach Wien zurückgekehrt. Das teilte Andrea Hansal von der Konzernkommunikation der Fluggesellschaft auf Anfrage mit. Während des Steigflugs sei es zu Vibrationen an einem der Scheibenwischer gekommen. Um Schäden am Wischermotor zu vermeiden, habe die Cockpit-Besatzung entschieden, nach Wien zurückzufliegen. Der für den Abend vorgesehene Rückflug OS38 von Newark nach Wien wurde gestrichen.

Nasse Landebahn in Wien machte Fuel Dumping nötig

Grund für das Ablassen von Treibstoff war laut Austrian Airlines die nasse Landebahn in Wien: Um das maximal zulässige Landegewicht zu erreichen, habe Treibstoff abgelassen werden müssen. Bei diesem Vorgang erfolge eine Zerstäubung des Treibstoffs, teilte Hansal mit.

Das sogenannte Fuel Dumping, das kontrollierte Ablassen von Treibstoff in großer Höhe, wird bei Langstreckenflugzeugen in Ausnahmefällen angewendet. Bei voller Betankung überschreiten Maschinen wie die Boeing 777 das für eine Landung zugelassene Höchstgewicht. Die Maschine war für einen rund neunstündigen Transatlantikflug betankt worden.

Fall im Februar mit geopolitischem Hintergrund

Ein vergleichbarer Vorfall hatte sich am 28. Februar dieses Jahres über Brandenburg ereignet. Damals musste eine Boeing 777 von Qatar Airways knapp eine Stunde nach dem Start am BER auf Höhe von Budapest umkehren, weil sich der Krieg im Nahen Osten zuspitzte und Lufträume in der Region kurzfristig gesperrt wurden. Die Route nach Doha war versperrt, die Cockpitbesatzung entschied sich für eine Rückkehr nach Berlin.

Laut Luftfahrt-Bundesamt wurden in Deutschland in den vergangenen acht Jahren rund 200 Fälle von Fuel Dumping dokumentiert – im Schnitt einer alle zwei Wochen. Allein über Brandenburg waren es seit 2018 elf Fälle. Auslöser sind meist medizinische Notfälle, technische Störungen oder Vogelschlag.

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