Auszeichnung auf der Frankfurter Buchmesse

Internet-Buchhändler gewann Preis

bla
3 Min

Die Idee ist so clever wie der Name: Unter "brandenburg-buch.de" vertreibt der Buchhändler Mischa Klemm von Neuenhagen (Märkisch-Oderland) aus Literatur über die Region per Internet. Diesen Service fand eine Fachjury so gut, dass sie Klemm dafür auf der gerade zu Ende gegangenen Frankfurter Buchmesse mit einem Preis auszeichnete. Unter 150 Internet-Buchhandlungen des deutschsprachigen Raums, die sich auf ein Thema spezialisiert haben, wurden die zehn besten im Vorfeld der Messe ausgewählt. "Wir belegten den vierten Platz, der eigentlich als undankbar gilt", sagt Klemm. Er ist dennoch mehr als zufrieden: Als Preis konnte er seine Idee zusammen mit den anderen Preisträgern auf der Frankfurter Messe präsentieren.Recherchemöglichkeiten gelobtDie Wettbewerbsjury aus sechs Multimediafachleuten begutachtete vor allem, wie der Händler sein Spezialthema im Internet anbietet. "Dabei ging es neben dem Gesamteindruck der Seite um das inhaltliche Konzept, die Vielfalt des Angebots und die technische Umsetzung. Zum Beispiel, wie schnell der Kunde an die Daten gelangt", sagt Michael Schnepf vom Wiener Buchkultur-Verlag, der den Wettbewerb mit der Buchmesse ausgelobt hat.Den ersten Platz belegte ein Online-Dienst mit Schwulenliteratur, außerdem wurden Anbieter von Lehrmitteln, Computerbüchern, Erotika und Frauenliteratur ausgezeichnet. Klemm war der einzige Preisträger mit einem regionalen Angebot. Bei ihm lobte die Jury vor allem die guten Recherchemöglichkeiten und die Übersichtlichkeit seiner Internetseite.Diese lies Klemm von einer Berliner Software-Firma erstellen. Seit Ende April dieses Jahres ist er damit im Internet präsent. "Aber leben kann ich davon noch nicht", sagt er. Doch seine Frau Beate betreibt bereits einen Buchladen in Berlin. Der Online-Dienst soll das zweite wirtschaftliche Standbein der beiden werden. Das Angebot von Klemm ist aber nicht nur virtuell. Im Haus der Klemms in Neuenhagen ist auch ein "richtiger" Buchladen. Etwa 800 Bücher sind ständig vorrätig: Vom überall erhältlichen Reiseführer über fast unbekannte Bücher von Kleinstverlagen bis zu seltenen Bildbänden, die Kreisverwaltungen in Miniauflagen herausgegeben. "Wir haben hier Bücher, die andere Händler gar nicht kennen, weil sie nicht in den offiziellen Katalogen stehen", sagt Klemm. Durch seine akribische Recherche hat er 2 500 Brandenburg-Titel im Angebot, die er mit einem Lieferservice ohne Aufpreis am Tag nach der Bestellung an Kunden in Berlin liefert. "Bei diesem Service muss die Masse das Geld bringen", sagt Klemm. Im nächsten Jahr will er auch brandenburgweit liefern. Eventuell fährt er auch wieder zur Buchmesse nach Frankfurt: Da es sich kleine Händler nicht leisten können, dort einen eigenen Stand aufzubauen, erwägen die zehn Preisträger, sich im nächsten Jahr gemeinsam zu präsentieren. "Das Beste in Frankfurt war, dass wir untereinander Tipps austauschten und an Diskussionen zum Thema Online-Buchhandel teilnahmen", sagt der 27-jährige studierte Historiker und Kulturwissenschaftler. Einen direkten Erfolg brachte ihm die Messe nicht. Aber der Name "brandenburg-buch.de" wurde bekannt: Vor der Messe "besuchten" täglich 200 Leute seine Internetseite, jetzt sind es etwa 300. (bla.)"Leben kann ich davon noch nicht. " Mischa Klemm Internet-Buchhändler

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner