BERLIN. Ein alter Bekannter der Auto-Branche könnte schon bald wieder auferstehen: Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hält "Auto-Union" für einen möglichen Namen des neuen Automobilkonzerns Volkswagen-Porsche. "Es gibt einige Überlegungen wie etwa Auto-Union, aber noch keine Entscheidung", sagte er der Bild-Zeitung. "Dazu ist es viel zu früh." Die Auto Union gab es schon einmal. Mitte der Dreißigerjahre des vergangenen Jahrhunderts war sie gemessen am Marktanteil der zweitgrößte deutsche Autokonzern - nach der Adam Opel AG.Die Auto Union entstand im Jahr 1932 aus dem Zusammenschluss der zuvor unabhängigen Marken Horch, DKW, Audi und Wanderer. Die vier Marken sind im Firmenzeichen symbolisiert: vier verschlungene Ringe, noch heute das Audi-Logo.In den 30er-Jahren war Auto Union mit 25 000 Mitarbeitern und einem Marktanteil von 22 Prozent einer der führenden deutschen Autokonzerne. Ähnlich wie heute bei VW deckten die Marken verschiedene Segmente ab: DKW produzierte Motorräder und Kleinwagen, Wanderer die Mittelklasse, Audi die gehobene Mittelklasse und Horch Luxusautos der Oberklasse. Der Konzernname Auto Union tauchte auf den Fahrzeugen allerdings nicht auf - mit Ausnahme der Rennwagen. Mit Piloten wie Bernd Rosemeyer oder Hans Stuck waren die Auto-Union-Renner die schärfste Konkurrenz der Mercedes-"Silberpfeile".Im Zweiten Weltkrieg stellte der Chemnitzer Konzern auch Motoren für die Luftwaffe her. Nach 1945 jedoch war das Schicksal der Auto Union besiegelt, weil Sitz und Werke in der sowjetisch besetzten Zone lagen. Die Anlagen wurden als Reparationsleistung teilweise demontiert, teilweise waren sie Grundlage der späteren DDR-Autoproduktion: Die Horch-und Audi-Werke gingen im Trabant-Produzenten VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau auf. Die DKW-Werke wurden 1952 umbenannt in die Motorradwerke Zschopau (MZ).Neuanfang im WestenEinige Auto-Union-Manager wie Carl Hahn hatten sich jedoch nach Bayern geflüchtet und machten in Ingolstadt einen Neuanfang. Ab 1949 wurden wieder Fahrzeuge unter dem Namen DKW verkauft. Ende der Fünfzigerjahre übernahm Daimler-Benz den Konzern. Dort sollte er das Segment unterhalb von Mercedes abdecken. Der Daimler-Ausflug in die Welt der Kleinwagen blieb aber erfolglos, 1964 wurde Auto Union an Volkswagen verkauft. Aus dem letzten DKW entstand dort der Audi F103 - der Firmenname DKW wurde aufgegeben, da er für einen Zweitaktmotor stand. Seitdem gibt es nur noch Audi - die vier Ringe der Auto Union sind jedoch geblieben.Wie auch immer der neue Konzern VW/Porsche heißen wird, bis Mitte 2011 soll er stehen, sagte VW-Vorstandschef Winterkorn. "Ich persönlich hoffe, dass wir es früher schaffen." Dann wolle man den japanischen Hersteller Toyota an der Weltspitze ablösen. "Mit Porsche bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass wir alle Möglichkeiten und alle Kraft haben, die neue Nummer 1 der Welt zu werden." Winterkorn betonte, dass es bei der Übernahme keine Stellenstreichungen geben werde: "Die Arbeitsplätze sind sicher. Ein Jobabbau wird nicht Bestandteil der Übernahme sein."------------------------------Foto: Die vier Ringe der alten Auto Union symbolisierten die Marken Horch, Audi, Wanderer und DKW.
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