Wer ein „Doppel-Doof“ im Kennzeichen stehen hat wie die Dresdner, ist nicht unbedingt glücklich. Besser würde es nach NRW passen: nach „Doppel-Dorf“ Düsseldorf, wo die Autofahrer stolz das D präsentieren, das – aus Sicht der Elbstädter – nach Sachsen an die Elbe gehört.
Hatte nicht Chemnitz das C, Potsdam das P und Leipzig sogar sein L erhalten? Bei der Messestadt gab es sogar eine Rückabwicklung: Der Lahn-Dill-Kreis musste verzichten, weshalb dessen Autofahrer übergangsweise neben dem L-Kennzeichen einen Aufkleber trugen: „L – aber nicht aus Leipzig“.
Für Furore sorgte im vergangenen Jahr die Taxi-Innung Düsseldorf. Auf Facebook machte sie auf eine neue Kennzeichenregelung aufmerksam: Ihre Flotte werde ab Januar 2026 vom traditionellen D auf das Kürzel DD umgerüstet.
Es war vorauseilender Gehorsam, denn die angeblichen Änderungen sollten nur für Neuzulassungen und Ummeldungen gelten. Als Hintergrund wurde eine „bundesweite Harmonisierung städtischer Kürzel zur besseren maschinellen Lesbarkeit“ angegeben. Sachsens Hauptstadt sollte also mit der NRW-Metropole die Schilder tauschen und so ein Unrecht wiedergutmachen?
Kennzeichen-Archiv
Warum Düsseldorf das D behielt und Dresden das DD bekam
Eine historische Spurensuche zeigt, wie Reservelisten, Wiedervereinigungspläne und spätere Ausnahmen die Kürzel auf den Nummernschildern prägten.
6 Min
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Lange Vorgeschichte: Die Verteilung der Kfz-Kürzel reicht bis in die 1950er-Jahre und zur deutschen Einheit zurück.
© Oliver Killig/dpa
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