Jubiläum

Neu am Hamburger Bahnhof: Ayşe Erkmen lässt Hauszeichen golden blitzen

Die neue Arbeit der Istanbulerin an den Türmen des Hamburger Bahnhofs wird beim Fest zum Dreißigsten Teil der „Unendlichen Ausstellung“.

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Ayşe Erkmens  neue blitzartige  Metall-Arbeit an beiden Türmen des Hamburger Bahnhofs: „no time/no flower“, Teil der „Unendlichen Ausstellung

Ayşe Erkmens neue blitzartige Metall-Arbeit an beiden Türmen des Hamburger Bahnhofs: „no time/no flower“, Teil der „Unendlichen Ausstellung

© Jacopo La Forgia

Anlässlich des 30. Jubiläums des Hamburger Bahnhofs erinnert Ayşe Erkmen, Istanbulerin, die in den Neunzigerjahren mit einem DAAD-Stipendium nach Berlin kam und seither zwischen beiden Städten pendelt, mit einem neuen Kunstwerk an der Fassade des Museums an die Geschichte des historischen Gebäudes: dessen Nutzung als Bahnhof sowie seit 1996 als Museum für zeitgenössische Kunst.

Die konzeptuell arbeitende Bildhauerin, 2012 als AdK-Mitglied berufen, ist dem Hamburger Bahnhof seit mehr als 20 Jahren verbunden. Im Rahmen ihrer umfassenden Einzelausstellung im Jahr 2008 legte Erkmen eine Zeichnung über die Uhr am östlichen und die Schmuckrosette am westlichen Turm, mit Dan Flavins Lichtinstallation als Erkennungszeichen des Museums für Gegenwartskunst.

Es muss nicht alles bleiben, wie es ist: 2008 hatte Erkman anlässlich ihrer Ausstellung „Weggefährten“ die symmetrisch gestaltete Fassade des ehemaligen Bahnhofsgebäudes mit den beiden Türmen und der Uhr am östlichen und der Rosette am westlichen mit roten, gezackten Linien versehen. Was damals mit dem Titel „no time/no flower“ eine witzig-freche Geste gegenüber der neoklassizistischen Architektur eines Bahnhofs war, der keiner mehr ist, greift sie nun auf und installiert zum 30. Jubiläum des Hauses kunst-positiv als goldfarbene Blitze: im Sonnenlicht glänzende Edelstahl-Fassadenelemente. Als dauerhaftes Hauszeichen für die Rolle und Reibungsenergie der Kunst und als höchste Form der Hoffnung.

30 Stunden feiern, Eintritt frei

Die Arbeit, kuratiert von Gabriele Knappstein, Vize-Direktorin des Hauses, ist fortan Teil der „Unendlich Ausstellung“ des Museums der Nationalgalerie für Gegenwartskunst, die durchs Haus, den Garten und von da zum ehemaligen Grenzübergang Invalidenstraße und zum „The Missing House“ von Christian Boltanski in der Großen Hamburger Straße in Berlin-Mitte führt. Und ihre abermalige Gestaltung der markanten Türme des Hamburger Bahnhofs als Haus der Gegenwartskunst zeigt ihre typische Sprache, die sie keinem Stil zuschreiben möchte. Erstens ist ihr fast jedes Material kunstwürdig, und sie sieht ihr Tun immer als „künstlerische Intervention in den Alltag“.

Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart. Invalidenstraße 50, Di, Mi, Fr 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr, Sa + So 11–18 Uhr. Ein kostenloser, selbstgeführter Rundgang mit Microsite (www.endless-exhibition.de) und Booklet führt durch alle Teile des Areals. Jubiläumswochenende am 14./15. November. Der Hamburger Bahnhof öffnet 30 Stunden lang bei freiem Eintritt. Eine internationale Konferenz ist der Zukunft der Sammlungen gewidmet.

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