Ohne EU

Durchfahrt durch Meerenge Bab al-Mandab: Italien erwägt Marineeinsatz im Alleingang

Italiens Verteidigungsminister stellt einen Einsatz zum Schutz von Schiffen in der Meerenge Bab al-Mandab in Aussicht. In der Region hatten die Huthis zuletzt ihre Kontrolle ausgeweitet.

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Vor dem Hintergrund eines LPG-Tankers fährt ein jemenitischer Soldat in den Gewässern nördlich der Straße von Bab el-Mandeb.

Vor dem Hintergrund eines LPG-Tankers fährt ein jemenitischer Soldat in den Gewässern nördlich der Straße von Bab el-Mandeb.

© Abdulnasser Alseddik/AP/dpa

Italien bereitet nach Angaben des Verteidigungsministers Guido Crosetto einen möglichen Einsatz der Marine zum Schutz eigener Handelsschiffe in der Meerenge Bab al-Mandab vor. Crosetto sagte am Donnerstag, er habe gemeinsam mit dem Generalstabschef beschlossen, die Marine auf mögliche Maßnahmen vorzubereiten, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

„Ich habe beschlossen, die italienische Marine zu aktivieren, um die notwendigen Vorbereitungen für die sichere Durchfahrt italienischer Schiffe zu treffen“, erklärte Crosetto Reuters zufolge. Er nannte jedoch keine Details zu geplanten Maßnahmen oder welche Marineeinheiten entsandt werden könnten.

Minister: Italien will nicht auf EU-Mission warten

Die USA und die EU haben bereits in der Vergangenheit Militäreinsätze zum Schutz von Handelsschiffen vor Angriffen der Huthi gestartet, wie die dpa berichtet. Die seit 2024 bestehende EU-Mission Aspides umfasst den Schutz von Schiffen vor Angriffen, die Begleitung von Schiffen sowie die Beobachtung der maritimen Lage und den Austausch von Informationen über mögliche Gefahren, wie der Europäische Auswärtige Dienst (EEAS) auf seiner Website erklärt.

„Gemeinsam mit dem Stabschef haben wir beschlossen, nicht auf ‚Aspides‘ zu warten, um zu entscheiden, ob Schiffe passieren dürfen oder nicht“, sagte Crosetto laut Ansa. „Wir werden wahrscheinlich handeln, damit italienische Schiffe Bab al-Mandab passieren können.“ Man wolle nicht auf europäische Bürokratie warten, die die bestehenden Probleme weiter verschärfen und die Wirtschaft ausbremsen könnte, so der Minister.

Vorrücken der Huthis an Meerenge Bab al-Mandab

Eine Entscheidung über einen tatsächlichen Einsatz werde gemeinsam mit der Regierung und dem Parlament getroffen, erklärte Crosetto laut Ansa. „Ich entscheide nicht gerade jetzt“, sagte er demnach auch zur Zahl der möglicherweise eingesetzten Marineschiffe. Vorrang habe die Wiederherstellung des Schiffsverkehrs. Sollten italienische Schiffe entsandt werden, würden sie demnach zum Schutz von Handelsschiffen eingesetzt.

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Crosetto verwies auf die wirtschaftlichen Folgen einer Unterbrechung wichtiger Seewege. Diese könnten Lieferungen verzögern, die Transportkosten in die Höhe treiben und so zu höheren Preisen für Verbraucher und Unternehmen führen, warnte er. „Das Verteidigungsministerium und die italienische Marine werden auch weiterhin das Meer schützen und, wann immer nötig, entschlossen eingreifen, um nationale Interessen und die Sicherheit der Italiener zu gewährleisten“, sagte der Minister laut Reuters.

Die Meerenge Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Nach Angaben der dpa ist sie Teil der wichtigsten Schifffahrtsverbindung zwischen Europa und Asien. Die Sicherheitslage dort hat sich zuletzt verschärft. Die mit dem Iran verbündeten Huthis haben laut Reuters Teile der jemenitischen Küste unter ihre Kontrolle gebracht, von denen aus die Meerenge überblickt werden kann. Damit seien unter anderem saudi-arabische Ölexporte über die Route gefährdet.

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