Viele haben lange darauf gewartet – heute geht sie los, die finale fünfte Staffel der deutschen Erfolgsserie „Babylon Berlin“. Und während die Protagonisten Gereon Rath und Charlotte Ritter sich durch ein finsteres Berlin bewegen, rätselt der Zuschauer auch diesmal wieder mit.
Den Ort kenn ich doch? Da war ich doch auch schon mal? Genau: „Babylon Berlin“ wurde an bekannten Schauplätzen in der Hauptstadt gedreht. Wir haben einige herausgegriffen.
Rotes Rathaus
Der Sitz des Regierenden Bürgermeisters wird in der Erfolgsserie zur Polizeizentrale „Rote Burg“ – eines der wichtigsten Gebäude der Serie. Hier arbeiten die Hauptfiguren Bruno Wolter, Gereon Rath und Charlotte Ritter.
Die „Rote Burg“ gab es übrigens wirklich. Es war das monumentale Präsidium der Berliner Polizei am Alexanderplatz, ein wuchtiges, rotes Backsteingebäude nach Entwürfen von Hermann Blankenstein. Zur NS-Zeit war das Polizeipräsidium Sitz der Berliner Gestapo.
Nachdem der Bau im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde, diente er noch einige Jahre als Gefängnis. 1957 wurde die „Rote Burg“, die unweit vom Roten Rathaus stand, endgültig abgerissen. Heute befindet sich das Einkaufszentrum Alexa auf dem Gelände.
Szene aus der finalen Staffel: Boehm (Godehard Giese, li.) und Gräf (Christian Friedel) im Arkadengang der Roten Burg
© Frédéric Batier/X Filme Creative Pool/ARD Degeto Film
Rathaus Schöneberg
Die Aschinger Restaurants waren eine Berliner Institution, in denen es gutes und günstiges Essen gab. Erbsensuppe und Bierwurst: Das Lokal am Alex ist auch in Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ beschrieben.
Aschinger-Betriebe gab es auch an zahlreichen anderen Orten in der Stadt. Die erste „Bierquelle“ öffnete 1892 in der Neuen Roßstraße beim U-Bahnhof Märkisches Museum. Weitere Restaurants folgten an der Leipziger, Potsdamer sowie der Friedrichstraße, am Rosenthaler Platz, dem Hackeschen und Werderschen Markt.
In „Babylon Berlin“ geht nicht nur Gereon Rath gern bei Aschinger essen, das Lokal gilt in der Serie als inoffizielle Kantine des Polizeipräsidiums. Gedreht wurden diese Szenen allerdings nicht in Mitte, sondern im Ratskeller Schöneberg unter dem Rathaus Schöneberg. In dem gemütlichen Restaurant mit deutscher Küche haben auch John F. Kennedy und Willy Brandt schon gespeist.
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Theater im Delphi
Die wilden Tanzszenen aus „Babylon Berlin“ sind legendär. Sie spielen an einem Ort, den es ebenfalls nicht mehr gibt: dem Moka Efti. Unter diesem Namen betrieb der griechischstämmige Kaufmann Giánnis Eftimiades einst zwei Gastronomiebetriebe in Berlin, 1926 das erste Moka Efti an der Leipziger Straße Ecke Friedrichstraße und später das Moka Efti am Tiergarten.
Das riesige Haus entwickelte sich binnen kurzer Zeit zum erfolgreichsten Café Berlins, mit einem Ausschank von 25.000 Tassen am Tag, während es nachts zum beliebtesten Tanzhaus der Stadt wurde. Bei einem alliierten Luftangriff wurden beide Standorte 1943 zerstört.
In der Serie musste man sich also etwas einfallen lassen. Das ehemalige Stummfilmkino Delphi in Weißensee wurde zum Glücksfall für die Macher, denn das von außen unscheinbare Gebäude in der Gustav-Adolf-Straße wartet im Inneren mit einem seltsam ruinösen und gleichzeitig wunderschönen Saal auf – die perfekte Kulisse für die Tanzmarathons im Moka Efti.
Haus des Rundfunks
Zwischen 1929 und 1931 errichtet, passt das denkmalgeschützte Haus des Rundfunks in Westend perfekt zu „Babylon Berlin“. Das von Hans Poelzig entworfene Gebäude mit seiner markanten Klinkerfassade, dem goldenen Schriftzug und dem großen Lichthof ist architektonisch von großer Bedeutung und macht bei Besuchern ordentlich was her.
Hat Star-Appeal: das Haus des Rundfunks
© Schoening/Imago
In der finalen Staffel der Serie gehört das Gebäude an der Masurenallee zu den Original-Drehorten. Das prägnante Foyer, eine Galerie mit Oberlicht, die von Pfeilern getragen wird, ist unverkennbar mit ihren Brüstungen aus gelben Hohlsteinen und den prominenten Lampen.
Schon in Episode Eins spielt das Haus des Rundfunks eine wichtige Rolle. In der „Aktuellen Funkstunde“ kündigt eine Radio-Eilmeldung an, dass Reichspräsident Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt hat.
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