Der Herbst ist da, und mit ihm die alljährliche Frage: Welche Jacke rettet uns durch Übergang und Winter? Die Antwort der Modewochen in Mailand und Paris? Der Bademantel.
Bislang kannten wir ihn nur als treuen Weggefährten direkt nach der Badewanne, eingekuschelt in Frottee, mit Kakao in der Hand. Dass er es jetzt auf den Laufsteg – und bald vielleicht auf die Straßen Berlins – schafft, hätte niemand kommen sehen.
Dior macht es vor: Der Bademantel als Herbst-Statement
Bei Dior zog sich der Bademantel-Schnitt in unzähligen Varianten durch die Herbst/Winter-2026/27-Kollektion – zum Verwechseln ähnlich dem Modell aus dem eigenen Badezimmerschrank. V-Ausschnitt, überlappender Stoff, der charakteristische Bindegürtel: Dior übersetzte jedes Detail des Klassikers auf den Laufsteg.
Der Mantel im Bademantel-Schnitt bekommt mit feinen Mustern und der passenden Kombination fast schon eine elegante Note.
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Mit feinem Karo oder prunkvollem Jugendstil-Muster bekommt der Bademantel-Schnitt einen fast eleganten Anstrich. Dior beweist: Hauskleidung kann auch luxuriös sein. Die richtigen Schuhe, gerade geschnittene Ärmel, eine Raffung, die das Outfit darunter durchblitzen lässt – so entsteht ein alltagstaugliches Erscheinungsbild. An die Badewanne denkt hier niemand mehr.
Mantel umgeworfen und fertig ist das Outfit: Der Bademantel geht auch als eigenständiger Look
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Der Wickelmantel lässt sich nicht nur elegant kombinieren, sondern eignet sich auch als auffälliges Herbst- und Winteroutfit. In der kalten Jahreszeit stehen Gemütlichkeit und Funktionalität wieder im Vordergrund, und ein Mantel, der einfach übergeworfen werden kann, ist da doch wohl das perfekte Kleidungsstück.
Die wadenlange Jacke hält warm, sieht aber durch die Silhouette, die der Gürtel verleiht, und den Veloursstoff dennoch stilvoll aus – Fall Fashion auch für Faule.
Der Bademantel kommt in allen Farben und Formen
Den neuen Herbstmantel, der augenscheinlich von bequemer Hauskleidung inspiriert ist, gab es nicht nur bei Dior: Auch andere Häuser nahmen den Bademantel-Schnitt in ihre Kollektionen auf.
Die Optionen scheinen dabei schier unendlich. Von pompösem Leder mit dramatischem Glanz über gestreifte Stücke, die an einen Strandkorb an der Nordseeküste erinnern (da sind wir schon wieder beim Baden), bis zu flauschigem Fell – dem Bademantel sind in dieser Saison keine Grenzen gesetzt.
Magda Butrym zeigt in Paris eine moderne Variante des Bademantel-Schnitts. Mit kürzerer Länge und gerafftem Leder bekommt der Mantel einen Großstadt-Look.
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Mit Streifen und aufgestelltem Kragen wird der Bademantel-Look bei Missoni als wärmende Schicht unter dem Wollmantel getragen.
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Stella Mccartney übersetzt den Bademantel in einen bodenlangen Fellmantel, der wärmender nicht aussehen könnte. Edel sieht er obendrauf ebenfalls aus.
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Loungewear auf der Straße: Wo kommen wir da noch hin?
Der Bademantel lässt sich auf unzählige Arten neu erfinden und bringt ein Stück Zuhause mit hinaus in die eisige Berliner Kälte. Aber im Ernst: Warum tragen wir jetzt Hauskleidung auf der Straße?
Für Designlegende Karl Lagerfeld war bequeme, elastische Kleidung – Jogginghosen etwa – ein Sakrileg. Auch wir sind damit groß geworden: Bequemes bleibt zu Hause. Im Morgenmantel zur Arbeit? Niemals.
Doch dieser Grundsatz ist längst gekippt – so gründlich, dass wir inzwischen im Bademantel im Büro aufkreuzen können. Spätestens mit der Pandemie wurde Hauskleidung zum Alltag, und jetzt, ganz ohne Homeoffice-Pflicht, sehnen wir uns offenbar trotzdem nach Rückzug und Bequemlichkeit.
Hauskleidung wird immer mehr zu Alltagskleidung: Tracksuits als fertige Kombination, Hausschuhe und Pantoletten als Straßenschuhe à la Ugg und Birkenstock, Negligées und Seidentops als Tagesware. Loungewear-Marken wie Skims treiben die Entgrenzung weiter voran – und jetzt eben auch der Bademantel, straßentauglich gemacht.
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Und ehrlich: Wenn der Winter naht, wollen wir doch sowieso nur eins – Tee in der Hand, sich daheim einkuscheln. Warum also nicht das Kuschelige gleich mit nach draußen nehmen und sich morgens noch ein paar Minuten länger, in den Bademantel-Mantel gehüllt, auf dem U-Bahn-Sitz vergraben?
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