A wie ANBADEN: meist eine echte Überwin- dung. Im Frühjahr herrschen in den Berliner Gewässern Temperaturen um neun Grad Celsius. Im Hochsommer steigen die Werte auf bis zu 26 Grad.B wie BLAUE LIPPEN: bekommen Menschen, wenn sie sich länger in kühlem Wasser aufhalten und die Körpertemperatur sinkt. Dadurch verengen sich die Blutgefäße in den Schleimhäuten und das Blut fließt langsamer. Die Folge: Der Sauerstoffgehalt sinkt und das Blut verliert an roter Farbe.C wie CHLOR: stechend riechendes, gelbgrünes Gas, ohne das es in den Bädern vor Bakterien und Algen wimmeln würde. Weil Chlor schon in kleinsten Mengen Keime abtötet, wird das Wasser damit desinfiziert. Chlor wurde 1774 von dem Schweden Carl Wilhelm Scheele entdeckt.D wie DUSCHEN: immer mal wieder sinnvoll, um Staub, Hautreste und Schmutz abzuspülen. Beim Duschen verbraucht der Mensch durchschnittlich 35 bis 40 Liter Wasser (beim Vollbad sind es in etwa 120 Liter).E wie EINLASS: meist Austragungsort hitziger Debatten. Dort treffen vom Anstehen genervte Besucher auf Kassiererinnen, die genervt sind, weil die anstehen- den Badegäste so schlecht gelaunt sind.F wie FREIBAD: Bad unter freiem Himmel, aber anders als das Sommerbad an einem natürlichen Gewässer gelegen - zum Beispiel einem See. (Sommerbäder bestehen aus gebauten Becken). Freibäder sind in der Unterhaltung am billigsten, weil Wasser weder aufbereitet noch beheizt oder bezahlt werden muss. In Berlin gibt es 13 Frei- und 18 Sommerbäder.G wie GAFFER: gibt s überall. Sie sind meist männlich und vor allem in Bädern anzutreffen, in denen es separate FKK-Bereiche gibt. Zwar werden Nacktbader durch Zäune vor missliebigen Blicken geschützt, doch vorpubertäre Gaffer versuchen oft, diese zu erklimmen und einen Blick rüberzuwerfen.H wie HUNDE: bei Badenden meist unbeliebt. Laut Hundeverordnung dürfen sie nicht in Bäder und Badestellen mitgebracht werden. Ob sie woanders baden dürfen, ist rechtlich nicht geklärt - also weder erlaubt noch verboten. Um Ärger zu vermeiden, gibt es am Grunewaldsee eine Hundebadestelle.I wie INSELN: gibt s auch - und zwar genau 35. Die größte von ihnen ist die 60 Hektar große Pfaueninsel in Zehlendorf, am bekanntesten ist die Spreeinsel in Mitte (bestehend aus Fischer- und Museumsinsel). Unter Denkmalschutz stehen die Inseln Ihmchen in Kladow und die Pfaueninsel.J wie JUNI: drittwärmster Monat des Jahres und Beginn des meteorologischen Sommers. Kälteeinbrüche gibt s dennoch - zur Schafskälte. Gemeint sind wechselhafte und regenreiche Tage um den 11. Juni. Sie heißen so, weil sie den bereits geschorenen Schafen schaden können.K wie KÖPPER: Kinn auf die Brust, Arme über den Kopf, nach vorn beugen und ins Wasser fallen lassen - endet anfangs immer als Bauchklatscher. Wer es kann, beherrscht die elegantesteForm des Sich-ins-Wasser-Begebens.L wie LEGIONELLEN: keine Aufpasser, sondern Süßwasserbakterien, die die Legionärskrankheit auslösen - eine Art Lungenentzündung. Die Erreger gelangen über feinste Wassertröpfen in die Lunge. Da sie große Hitze nicht überleben, wird das Duschwasser in den Bädern auf 70 Grad erhitzt.M wie MUSKULATUR: wird beim Schwimmen fast vollständig trainiert, besonders Arme, Beine, Rücken und Brust. Das hat Auswirkungen auf den Energieverbrauch: Binnen 30 Minuten verbraucht ein Mensch etwa 400 Kalorien, fast viel wie bei einer halben Stunde Joggen.N wie NICHTSCHWIMMER: sind Babys nicht. Lässt man einen Säugling ins Wasser gleiten, paddelt er los. Leider geht diese Fähigkeit im Laufe der ersten Monate verloren. Um das Schwimmenlernen kommt niemand herum.O wie OBEN OHNE: machen alle Männer und immer mehr Frauen. Anfang des 20. Jahrhunderts gingen jedoch auch Männer hoch geschlossen - oft im Einteiler Modell "Matrose". Frauen verdanken "oben ohne" dem Bikini. Der wurde 1946 erfunden und nach einem Pazifik-Atoll benannt.P wie PREISE: Tendenz steigend. 1994 kostete ein Ticket im Westteil 3,50 Mark, im Osten 2,50 Mark. Heute sind es vier Euro. Die letzte Preiserhöhung gab es 2002. Die Folge: 30 Prozent weniger Besucher. Die Einnahmen aus dem Ticket-Verkauf stiegen dennoch um zehn Prozent.Q wie QUALLEN: gibt s auch in Berlin - die Süßwasserqualle Craspedacusta sowerbii. Sie wird bis zwei Zentimeter groß, ist ungefährlich und besteht zu 99 Prozent aus Wasser. In Europa wurde sie erstmals 1880 in England gesichtet. Ursprungsgebiet: Südostasien.R wie RÜCKENSCHWIMMEN: auch wenn es fast jeder beherrscht, die unbeliebteste Schwimmart. 1. weil Wasser in den Mund schwappt; 2. weil man nie sieht, wo man gerade ist; 3. weil andere von umherwirbelnden Armen getroffen werden und 4. weil man so schrecklich langsam vorankommt.S wie SONNEN: prinzipiell gut, weil die Haut dabei Vitamin D produziert und so das Immunsystem stärkt. Bräune ist eine Vorsichtsmaßnahme der Haut: Sie schützt sich durch schwarz-braune Pigmente.T wie TAUCHEN: machen Frauen seltener, weil ihnen ihre Frisur heilig ist. Auch Männer tauchen mit zunehmendem Alter seltener - vor allem dann, wenn nach dem Auftauchen der sorgsam über die Glatze gekämmte Scheitel neben ihnen schwimmt. Gut Trainierte tauchen rund eine Minute ohne Luft, Profis mehr als sechs.U wie UMZIEHEN: nötig, aber umständlich. Die einen gehen in die Kabine, andere lassen ein Handtuch halten, die nächsten zeigen ungeniert alles. Frauen sind Männern überlegen, wenn sie Rock tragen - eine mobile Umkleidekabine.V wie VOLLER MAGEN: studiert nicht nur nicht gern - er kann auch nicht gut schwimmen. Der Körper ist so mit Verdauen beschäftigt, dass ihm zu wenig Kraft bleibt zum Schwimmen. Letztlich stellt der Magen die Verdauungsarbeit ein - das Essen kommt wieder hoch.W wie WASSER: macht 70 Prozent unseres Körpers aus und 71 Prozent der Erdoberfläche (davon 85 Prozent als Salzwasser). Pro Tag verbraucht jeder Berliner 165 Liter Wasser.X wie X-BEINE: bewegen sich beim Brustschwimmen manchmal seltsam. Da kann man nix machen.Y wie Y-JOLLE: Segelboot auf Berliner Gewässern. Gilt als sportliche Herausforderung, weil es leichter kentert als so genannte Kielboote.Z wie ZEHNMETER-TURM: wirkt angsteinflößend, und nur wenige wagen den Sprung. Der kostet zwar Überwindung, wird aber mit zwei Sekunden freiem Fall und enormem Bauchkribbeln belohnt. In Berlin nur in den Sommerbädern Neukölln und Olympiastadion möglich.
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