Neu-Berlinern sei eines gesagt: Äußern Sie sich nicht abfällig über Tiere, denn das kommt bei den Einheimischen nicht gut an. Die nämlich fühlen sich diesen Geschöpfen auf eine Weise verbunden, die Auswärtige gar nicht erst versuchen sollten, zu verstehen. So war es ganz normal, dass die Menschen in dieser Stadt vor ein paar Jahren den Atem anhielten, bis nach einigen Tagen ein aus dem Tierpark Friedrichsfelde entwichener Affe, ein so genannter Rotgesichtsmakak, in Biesdorf-Süd wieder eingefangen war. Und die Neu-Bürger sollten sich auch nicht über die Anteilnahme wundern, mit der die Bevölkerung die alljährlichen erfolglosen Versuche des Zoos verfolgt, seinen Panda-Bären zur Befruchtung einer Artgenossin anzuregen. Nicht umsonst trägt Berlin einen Bären im Wappen. Bären sehen aber nicht nur putzig aus. Sie dienen auch dem Weltfrieden. Jawohl. Jedenfalls glaubt das ein Unternehmer aus Berlin. Er hat nebst Gattin einen "internationalen Kreis der Toleranz" gegründet, wie in einer Mitteilung zu lesen ist, und die Aktion "United Buddy Bears" noch dazu. Diese Aktion geht so: Am Pariser Platz werden demnächst 184 lebensgroße Bären-Plastiken aufgestellt. Jede sieht anders aus, denn jede wurde von einem Künstler eines anderen Landes bemalt. Damit nicht genug der Völkerverständigung. Die Bären sollen einen Kreis bilden und Hand in Hand nebeneinander stehen. "Dass wir Menschen uns genauso verhalten sollen, diese Symbolik wird jedem ins Auge springen", heißt es. Genau, so machen wir es. Wenn wir das nächste Mal in einen Hundehaufen treten, nehmen wir Herrchen an die Hand und sorgen dafür, dass er mit Schaufel und Papiertüte den Dreck entfernt.
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