Spandaus südliche Innenstadt erhält eine grüne Lunge: Die Bullengraben-Niederung soll zu einem durchgehenden Grünzug mit öffentlich zugänglichen Wegen ausgebaut werden. Die Kosten für den neuen Park übernimmt die Bahn.Im Moment befindet sich der Bullengraben in einem traurigen Zustand. Auf weiten Strecken verläuft er unterirdisch. An vielen Stellen ist er eingezäunt. Meistens führt er nur wenig Wasser und ist völlig überwuchert. Von einer Fließrichtung (theoretisch Richtung Havel im Osten) kann angesichts des minimalen Gefälles kaum gesprochen werden. Das soll sich nun ändern.Vor etwa 15 Jahren begann der Bezirk, nach und nach freiwerdende Flurstücke zu kaufen - quasi auf Vorrat. Denn es gab kein Geld, um den Grünzug in einem Stück zu realisieren. Bis dahin existierte nur ein Bullengraben-Plan. Dann tauchte unvermutet das Verkehrsunternehmen als Investor auf.Die Eisenbahner ersetzen mit dem Ausbau des etwa fünf Kilometer langen Grabens Grünflächen, die durch die Aufschüttung des Walls der Bahnstrecke nach Hannover verlorengegangen sind. Elke Hube, die Leiterin des Spandauer Grünflächenamtes, hatte die Bahn AG in monatelangen Verhandlungen davon überzeugt, die erforderliche Ersatzmaßnahme tatsächlich zu realisieren.Innerhalb der kommenden fünf Jahre soll nun ein durchgehender Grünzug mit Graben und mehreren kleineren Becken (Ulrike-, Wiesen- und Stieglakebecken) von Staaken bis zum Elsflether Weg entstehen. Von dort verläuft er im Moment unter der Klosterstraße und dem Ziegelhof hindurch bis zur Havel. Durch den vorangegangenen Landkauf des Bezirks braucht die Bahn nur noch ein größeres Grundstück erwerben. Der Rest ist schon frei."Der Bullengraben ist in einem sehr häßlichen Zustand. Jetzt sollen die Betonsohle entfernt und auch die Becken schöner werden", erklärte Elke Hube. Geplant ist, im gesamten Grünbereich Wege anzulegen.Doch der Ausbau dürfte nicht nur Freudenschreie bei erholungssuchenden Spandauern auslösen. Das Rinnsal durchschneidet mindestens neun Gartenkolonien. "Man muß an einige Parzellen herangehen. Dafür haben wir zum Bezirkverband der Kleingärtner Kontakt aufgenommen. Wir wollen das mit den Pächtern einvernehmlich regeln", so Elke Hube. Die Amtsleiterin ist zuversichtlich, daß die Kleingärtner in denselben Kolonien Ersatzgrundstücke finden können. +++
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