Die für Samstag geplante Eröffnung des neuen Bahnhofs Fangschleuse nahe der Tesla-Autofabrik in Grünheide südöstlich von Berlin verschiebt sich. Eigentlich sollten hier die ersten Regionalzüge des RE1 halten. Stattdessen rollten sie durch.
Der Bahnhof Fangschleuse südöstlich von Berlin, direkt an der Tesla-Fabrik in Grünheide, sollte am Samstag Betrieb gehen. Gedacht ist er für rund 16.000 Reisende täglich, darunter viele Pendler zum einzigen europäischen Tesla-Werk. Doch die geplante Eröffnung verzögert sich – der Betrieb soll erst am Abend anlaufen.
Das Problem steckt in der Technik
Bei Arbeiten der DB-Tochter DB InfraGO auf der Strecke zwischen Erkner und Frankfurt (Oder) hakte es. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erklärte die Deutsche Bahn am Vormittag: „Bei der Abnahmeprüfung der Leit- und Sicherungstechnik kam es Verzögerungen“. Der Zugverkehr könne deshalb erst am Abend starten.
Gemeint sind damit alle technischen Systeme, die Züge steuern und absichern. Läuft die Prüfung nicht sauber durch, darf kein Zug halten.
Was RE1-Fahrgäste wissen müssen: Busnotbetrieb statt Zug
Betreiber der Linie RE1 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) ist die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (Odeg). Auf ihrer Internetseite meldete das Unternehmen: „Achtung auf der Linie RE1: DB InfraGO verlängert die Baumaßnahme zwischen Erkner und Frankfurt (Oder) um voraussichtlich 24 Stunden bis zum 15.08.2026, ca. 21 Uhr“. Ein Busnotbetrieb sei eingerichtet, hieß es weiter.
Warum der Bahnhof Fangschleuse für Tesla-Pendler zählt
Der RE1 ist eine der wichtigen Verkehrsachsen Richtung Osten – und tägliche Pendlerstrecke für Beschäftigte des Tesla-Werks in Grünheide.
Der neue Halt liegt rund zwei Kilometer weiter westlich als die alte Station und damit näher an der Fabrik. Die frühere Station war zu Stoßzeiten stark ausgelastet. Im Neubau können auch längere Züge halten.
Wie oft hält der RE1 künftig in Fangschleuse?
Zum Start soll der RE1 einmal pro Stunde halten. Ab dem 25. August ist der Halt dann zweimal stündlich geplant.
Wenige Tage zuvor hatte die Deutsche Bahn Zuversicht verbreitet: „Alle nötigen Arbeiten an der Infrastruktur, also an Gleisen, Oberleitungen und dem Bahnhof selbst, sind im Zeitplan“.
Angekündigt war lediglich ein Software-Update, um das Zusammenspiel aller Komponenten mit dem neuen elektronischen Stellwerk sicherzustellen.
Was rund um den Bahnhof noch entsteht
Die Anbindung ist noch nicht fertig. Die neue Landesstraße L386 zur Autobahnauffahrt Freienbrink-Nord soll erst 2027 stehen; bis dahin gibt es provisorische Routen.
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Ein Geh- und Radweg zwischen Bahnhof und der Gemeinde Grünheide ist bereits fertig. Parallel läuft der Ausbau für den Güterverkehr. Laut Bahn könnten so bald bis zu 2400 Lkw-Fahrten täglich von der Straße auf die Schiene wandern.
Der Bedarf wächst: Tesla kündigte im April an, die Produktion auszuweiten – erst auf 6200, ab Oktober auf 7500 Fahrzeuge pro Woche, mit zunächst 1000 und später weiteren 1000 neuen Mitarbeitern.
Verkehrsminister äußert Kritik
Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) wirft der Deutschen Bahn vor, sie habe zu kurzfristig über die Verlängerung der Streckensperrung für den Regionalexpress RE1 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) informiert.
Die Bahn-Tochter DB InfraGO habe die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft Odeg erst sehr kurzfristig am Freitagabend um 19.15 Uhr über die Verlängerung informiert, sagte Verkehrsminister Crumbach.
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