Richard Tol, 37, ist sicherlich der seriöseste Kritiker. Der Umweltökonom lehrt in Dublin, und arbeitete für den Weltklimarat. Den Klimawandel bestreitet er nicht, auch nicht, dass er vom Menschen verursacht wurde. Doch warnt Tol vor biederem Öko-Alarmismus. Zum einen sieht er drängendere Probleme wie Aids oder Malaria. Zum anderen glaubt er unverbesserlich an den wissenschaftliche Fortschritt. Der müsse mit neuen regenerativen Energien vor allem Lösungen bieten für den Energiehunger der Schwellenländer China und Indien.Vaclav Klaus, 66, ist Tschechiens Präsident und jetzt auch Klimakritiker. "Blauer Planet in grünen Fesseln", heißt das Buch, das er am Montag vorstellt. Die verknappte These: Das wissenschaftliche Klimadiktat bedrohe die Freiheit, genau wie einst der wissenschaftliche Sozialismus.James E. Lovelock, 88, vertritt die Gaia-Lehre. Demnach umfasst das System Gaia Erde und Atmosphäre und stabilisiert sich selbst. Das klingt esoterisch, doch als ernster Forscher ersann Lovelock einen Detektor für Spurengase. Seine Anhänger irritierte er zuletzt mit dem Plan: Die Klimawende lasse sich nur mit der Kernkraft schaffen. (ptr.)
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