Immer wieder wird in Feuerwachen in Berlin und Brandenburg eingebrochen. Vor allem Trennschleifer, Kettensägen und Hydraulik-Spreizer sind laut Polizei bei Clankriminellen und Banden beliebt und werden für schwere Diebstähle verwendet. Jetzt haben Fahnder einen Verdächtigen festgenommen, der mit der Einbruchsserie zu tun haben soll.
Fahnder der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Berlin-Brandenburg durchsuchten bereits am Montag in Treptow-Köpenick die Wohnung eines 28-Jährigen. Ihm wird bandenmäßiger Einbruchsdiebstahl vorgeworfen.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Potsdam fanden die Beamten in den Räumen diverse Einbruchswerkzeuge. Außerdem stellten sie eine Rettungsschere und ein akkubetriebenes Rettungsspreizgerät sicher. Beide Werkzeuge waren in diesem Monat bei einem Einbruch in Calau (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) gestohlen worden.
Einbruch statt Rettung: Kriminelle Banden stehlen und missbrauchen Feuerwehr-Werkzeug
Der 28-Jährige steht außerdem im Verdacht, an einem Einbruchsdiebstahl in ein Feuerwehrgerätehaus in Luckau (Landkreis Dahme-Spreewald) beteiligt gewesen zu sein. Er wurde in seiner Wohnung festgenommen. Ein Richter erließ gegen ihn inzwischen Haftbefehl und ließ ihn in eine Justizvollzugsanstalt bringen. Näheres zu den Hintergründen des beschuldigten Deutschen wollte die Staatsanwaltschaft nicht mitteilen.
Die entwendeten akkubetriebenen Rettungsgeräte will die Polizei so schnell wie möglich der Feuerwehr zurückgeben. Hydraulisch betriebene Spreizer und Scheren werden verwendet, um verunglückte Personen aus Autowracks zu retten, indem man zum Beispiel das Dach eines Autos abschneidet. Erst in der Nacht zu Freitag war dies wieder nötig: Auf der B 158 zwischen Seefeld und Werneuchen (Landkreis Barnim) waren ein Pkw und ein Transporter zusammengestoßen. Drei Menschen wurden lebensgefährlich verletzt.
Einer Bande werden 21 Taten zugeordnet
Einbrüche in Feuerwachen haben sich in den vergangenen Monaten wieder gehäuft. Betroffen waren zum Beispiel Zeuthen, Waßmannsdorf und Märkisch-Buchholz (Dahme-Spreewald), Börnicke (Havelland), Mehrow (Barnim), Frauendorf (Oberspreewald-Lausitz) oder auch Brandenburg an der Havel.
Im März dieses Jahres gab es einen Einbruch in eine Berliner Feuerwache in Frohnau, bei dem Schutzausrüstung und Einsatzmittel im fünfstelligen Wert entwendet wurden.
Zwischenzeitlich konnte die Polizei Ermittlungserfolge vermelden: Im April 2026 stellten Polizisten in Fehrbellin (Ostprignitz-Ruppin) Einbrecher auf frischer Tat in einem Gerätehaus. Im selben Monat führten mehr als 100 Polizisten in Berlin und Brandenburg eine Großrazzia durch und nahmen eine Bande fest. Ihr werden mindestens 21 Taten aus den Jahren 2025 und 2026 zugerechnet.
Einbruch auch in die Feuerwache Ludwigsfelde
Trotz des Erfolgs geht die Einbruchserie weiter. In der Nacht zum 6. September brachen Unbekannte bei der Freiwilligen Feuerwehr in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) ein und stahlen elektrische Spreizer und Scheren. Die Staatsanwaltschaft Cottbus, die das Verfahren führt, prüft, ob der jetzt verhaftete 28-Jährige an diesem und an weiteren Einbrüchen beteiligt war.
Bei Taten wie dem Juwelendiebstahl im Dresdner Grünen Gewölbe und bei Überfällen auf Geldtransporter in Berlin verwendeten später verurteilte Mitglieder arabischstämmiger Großfamilien gestohlene Hydraulik-Spreizer der Feuerwehr.
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