Der Wind bläst den Passanten in Weißensee den Schnee ins Gesicht. Es ist frühmorgens und besonders finster an diesem kalten Januarmontag. Kurz nach dem Antonplatz bleibt die Straßenbahn stehen und öffnet die Türen. Einige Passagiere steigen sofort aus, andere warten auf eine Ankündigung. Der Straßenbahnfahrer kommt angelaufen. „Weiter geht’s nicht mehr“, sagt er. Der Verkehr sei wegen der Bauernproteste stillgelegt.
Einen Augenblick später kommen Hunderte Traktoren angerollt. Sie fahren die Greifswalder Straße entlang und hupen laut. Sie wollen gehört werden. Einige Pendler, die aus der M4 ausgestiegen sind, sind über die ungeplante Umleitung verstimmt: „Mann, ich muss zur Arbeit“, sagt eine Frau und zieht ihre Kapuze hoch. Andere zeigen Verständnis für die Landwirte und applaudieren ihnen beim Vorbeifahren.
Berlin
Bauernproteste: Christian Lindner steht mit leeren Händen vor wütender Menschenmenge
Am Montagmorgen protestierten Tausende am Brandenburger Tor – auch gegen die Ampel-Politik. Bundesfinanzminister Christian Lindner meldete sich zu Wort und erntete viel Kritik.
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Konnte wegen des Lärms erst nach einem beschwichtigenden Appell von Bauernpräsident Joachim Rukwied (l.) das Wort ergreifen: Finanzminister Christian Lindner (r.).
© Monika Skolimowska/dpa
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