FRIEDRICHSHAIN Zu einem Workshop "Abrisse in Berlin" trafen sich am Sonnabend Stadtplaner, Vertreter von Bauämtern und des Mietervereins. Für Unruhe im Bezirk hatten in den vergangenen Monaten Abrißgenehmigungen für die Mainzer Straße 13/13a und die Rigaer Straße 27 gesorgt."Über die Entscheidung zum Abriß wurde sehr personenbezogen und teilweise unsachlich diskutiert", erklärte Baustadträtin Martina Albinus-Kloss (parteilos, für PDS). Ihr war vorgeworfen worden, die Altbausubstanz im Bezirk nicht ausreichend zu schützen und die Interessen von Investoren zu vertreten.In den anderen Altbaubezirken wie Prenzlauer Berg und Mitte, aber auch in Leipzig und Frankfurt würde ähnlich wie in Friedrichshain verfahren, hätten die Berichte einiger Workshopteilnehmer ergeben, so die Stadträtin. "Wir sind uns einig, daß jeder Abrißantrag als Einzelfall zu betrachten ist und genau die unterschiedlichen Interessen der Betroffenen abgewogen werden müssen."Es sei beschlossen worden, dazu einen Kriterienkatalog zu erarbeiten. Auch das Verfahren über Abriß und Neubau soll damit transparenter gemacht werden. Die Erhaltungsverordnungen seien "kein Allheilmittel", um den Abbruch von Altbauten zu verhindern.Durch die ungeklärten Eigentumsverhältnisse im Ostteil der Stadt würden viele Wohnhäuser verfallen. Die Wohnungsbaugesellschaften als zeitweilige Verwalter würden keine Kredite für die Sanierung erhalten. "Damit steigt die Gefahr, daß die Häuser nach jahrelangem Leerstand nur noch abgerissen werden können", so die Stadträtin. Hier müßte der Gesetzgeber reagieren.Ein Forderungskatalog soll in den kommenden Monaten gemeinsam mit den Ausschüssen der Bezirksverordnetenversammlung erarbeitet und an den Senat weitergeleitet werden. +++
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