Usedom

Baustart für Peenestrombrücke: 420-Millionen-Projekt soll Verkehr spürbar entlasten

Ein Meilenstein für eines der größten Verkehrsprojekte in Mecklenburg-Vorpommern. Am Donnerstag haben in Wolgast die Arbeiten für die neue Usedom-Anbindung begonnen.

4 Min
Mit einer Gesamtlänge von rund 1,4 Kilometern und einer Höhe von 42 Metern über dem Peenestrom wird die neue Brücke in Wolgast die größte Brücke ihrer Art in Europa sein.

Mit einer Gesamtlänge von rund 1,4 Kilometern und einer Höhe von 42 Metern über dem Peenestrom wird die neue Brücke in Wolgast die größte Brücke ihrer Art in Europa sein.

© strassen-mv.de

Gemeinsam mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Vorpommern-Staatssekretär Heiko Miraß (SPD) fiel der symbolische Startschuss für das 420-Millionen-Projekt. Schauplatz war am Donnerstag die Baustelle der Ortsumgehung Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald). In den vergangenen Monaten wurden bereits wichtige Vorarbeiten abgeschlossen.

Die neue Brücke ist Teil der Ortsumgehung Wolgast und soll künftig für eine spürbare Verkehrsentlastung sorgen – insbesondere in der Ferienzeit. „Die Usedomer kommen schneller aufs Festland und unsere Urlaubsgäste zügiger an den Strand von Usedom“, erklärte Schwesig bei der Veranstaltung.

Nach Angaben der Verantwortlichen wird die 1,4 Kilometer lange Brücke die größte ihrer Art in Europa sein. Mit einer Durchfahrtshöhe von 42 Metern können Schiffe den Peenestrom später ohne eine Brückenöffnung passieren. Für die Einwohner der Kleinstadt und Durchreisende ist das ein Segen.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (4.v.r.) drückte am 21. Mai symbolisch den Startknopf für den Bau der neuen Brücke über den Peenestrom.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (4.v.r.) drückte am 21. Mai symbolisch den Startknopf für den Bau der neuen Brücke über den Peenestrom.

© strassen-mv.de

Bund stellt zusätzliche Millionen bereit

Ein Geldsegen aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes macht das Großprojekt wiederum erst möglich. Dafür hatte sich die Ministerpräsidentin laut eigener Aussage „persönlich eingesetzt“. Nach einem nächtlichen Telefongespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz wurde der Weg für zusätzliche Mittel freigemacht.

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Für Wolgast und die Insel Usedom war es eine gute Nachricht, denn dieses Projekt gilt als Hoffnungsträger gegen kilometerlange Staus im Ferienverkehr. Das kostet allerdings einiges. Allein der Brückenneubau beträgt 421 Millionen Euro. Für das Gesamtprojekt Ortsumgehung Wolgast stehen Bundesinvestitionen von etwa 500 Millionen Euro bereit.

Neue Brücke soll Staus nach Usedom entschärfen

Es sei wichtig, dieses Projekt zu vollenden. Denn davon werde die gesamte Region profitieren, hieß es dazu aus Berlin. „Die Menschen haben lange darauf gewartet“, sagte Christian Hirte, der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr. Auch er war beim feierlichen Akt in Wolgast anwesend.

Noch aber brauchen Einheimische, Pendler und Urlauber weiter Geduld. Bis die neue Verbindung fertig ist, bleibt die alte, stark belastete Klappbrücke der einzige Weg über den Peenestrom. Bis zu fünfmal täglich öffnet sie für den Schiffsverkehr und sorgt so regelmäßig für stockenden Verkehr und lange Staus.

Nach aktuellem Stand soll das Mega-Verkehrsprojekt voraussichtlich Ende 2029 vollendet sein. Ursprünglich war eine Fertigstellung bereits 2028 geplant. Schwierige Baugrundverhältnisse, ein verlängertes Vergabeverfahren nach einer Klage vor dem Oberlandesgericht Rostock und angepasste Bauabläufe wurden als Gründe genannt.

FDP fordert für die Zukunft schnellere Planungsverfahren

Die Peenestrombrücke ist eine von 282 Brücken, die in der sogenannten Baulast des Landes Mecklenburg-Vorpommern liegen. Und sie sind unverzichtbare Lebensadern für Pendler, Handwerk, Mittelstand, Tourismus und die wirtschaftliche Entwicklung im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern.

Da Planungs- und Genehmigungsverfahren häufig viele Jahre dauern - teils deutlich länger als ein Jahrzehnt – hat die Gruppe der FDP jüngst einen Antrag in den Landtag eingebracht. Erklärtes Ziel ist, Verfahren zu beschleunigen, Zuständigkeiten zu klären und Planungssicherheit zu schaffen.

Für die Freien Demokraten stehen die Verfahrensdauern in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Bauzeit. Mecklenburg-Vorpommern müsse hier vorankommen. Und zwar schneller, als es die bisherigen Verfahren zulassen.

Die Peenestrombrücke steht exemplarisch dafür, wie lange es sich wirklich hinziehen kann. Bereits 1992 wurde das Projekt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Der symbolische erste Spatenstich fand dann im August 2021 statt. Und weitere neun Jahre später soll der Neubau endlich stehen, das macht unter dem Strich 34 Jahre bis zur endgültigen Fertigstellung.

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