Bayern glänzt beim 3:0 gegen Bayer in der zweiten Hälfte

Elf neue Spieler

Michael Neudecker
3 Min

MÜNCHEN. Jupp Heynckes schritt ruhig auf Uli Hoeneß zu, er reichte ihm die Hand, beide nickten kurz, wie zwei einander Fremde sahen sie aus, die sich höflich zur erfolgreichen Teilnahme am Golfschnupperkurs beglückwünschen. In Wahrheit aber sind die beiden Freunde, Trainer der eine, Manager der andere, und ihre Mannschaft hatte gerade ein Tor erzielt, das 2:0, die Vorentscheidung im Dienstagsspiel des FC Bayern gegen Bayer Leverkusen. Am Ende gewannen die Bayern 3:0, es war der dritte Sieg im dritten Spiel unter Jupp Heynckes.Dabei war es keineswegs von Beginn an ein Sieg, mit dem zu rechnen war - im Gegenteil. Weil Jupp Heynckes erst sehr spät aus seiner überdachten und tiefer gelegten Trainerbank hervorgekommen war, war man sich sogar lange Zeit gar nicht sicher, ob wirklich Heynckes da unten saß. Noch in der ersten Hälfte war das Spiel so etwas wie der schnelle Rückfall in alte Zeiten, die sie in München schon als beendet ausgerufen hatten. Bayern wirkte unkonzentriert, ungeordnet.Tatsächlich hatte das Spiel mit einer taktischen Umstellung begonnen, die die Defensivordnung etwas durcheinander brachte: Weil sich Hamit Altintop, eigentlich als Rechtsverteidiger vorgesehen, beim Aufwärmen an der Wade verletzte, beorderte Heynckes Daniel van Buyten in die Innenverteidigung - und den Brasilianer Lucio auf die rechte Außenbahn. Van Buyten und Demichelis schienen sich ziemlich lange über den ungewohnten Nebenmann zu wundern.Innerhalb der ersten Viertelstunde waren beide an stark Elfmeter verdächtigen Szenen beteiligt: Erst brachte van Buyten Renato Augusto zu Fall (5.), dann rutschte Demichelis in den Laufweg von Leverkusens Brasilianer, Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer aber wertete beides als normalen Zweikampf.Und dann wurde alles schlagartig anders. Als die zweite Hälfte begann, wirkte es, als habe Heynckes elf neue Spieler eingewechselt, die zwar genauso aussahen wie die aus der ersten Hälfte, aber deutlich besser Fußballspielen konnten.Kloses ComebackSchon nach zwei Minuten gelang Luca Toni das 1:0; in der 57. Minute verhinderte nur der glänzende Bayer-Torwart René Adler zweimal hintereinander einen weiteren Treffer der Münchner; weitere zwei Minuten später aber war René Adler machtlos. Der nicht minder glänzende Franck Ribéry nahm ein Zuspiel von Podolski direkt zum 2:0. In der 71. Minute schließlich schloss Lukas Podolski einen erstaunlichen Vier-gegen-eins-Konter der Bayern zum 3:0 ab. Die Fans jubelten, sie waren euphorisiert.Besonders laut wurde der Jubel dann aber vier Minuten vor Ende: Jupp Heynckes verhalf dem lange verletzten Miroslav Klose zu einem Comeback, er wechselte ihn für Toni ein. Die Bayern sind, so scheint es, rechtzeitig gut gerüstet für den Endspurt im Titelrennen.------------------------------Foto: Alle Zeichen stehen auf Sieg: Bayerns Torschütze Franck Ribéry.

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