BDI: Auch Elektrobranche profitiert besonders stark

Maschinenbau ist Gewinner des Aufschwungs

Sebastian Wolff
3 Min

BERLIN. Der Maschinenbau und die Elektroindustrie profitieren am meisten vom konjunkturellen Aufschwung in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in seinem neuen Konjunkturreport, der der Berliner Zeitung vorliegt."Der Maschinenbau ist unverändert auf Wachstumskurs", schreibt der Verband. Sowohl beim Inlands- als auch beim Auslandsgeschäft sei der Trend weiter steil aufwärts gerichtet. Für das Gesamtjahr gehe die Branche von einem Produktionswachstum von fünf Prozent aus. Das mache sich auch bei den Beschäftigtenzahlen bemerkbar: So seien im August 877 000 Personen in der Branche beschäftigt gewesen - 15 000 mehr als im August 2005.Pkw-Markt zieht anÄhnlich positiv sieht das Bild laut BDI in der Elektroindustrie aus: Die Stimmungslage in der Branche sei durchweg als optimistisch einzustufen. Von Januar bis August 2006 sei der Umsatz kumuliert um acht Prozent gestiegen. Auch der Umsatz mit Inlandskunden habe nach Jahren erstmals wieder zugenommen. Für das Gesamtjahr zeichne sich ein Umsatzwachstum von fünf Prozent ab. Auch in der Autoindustrie gebe es Anzeichen für eine Belebung des inländischen Pkw-Geschäfts. Im bisherigen Jahresverlauf sei ein Orderanstieg um drei Prozent zu verzeichnen gewesen.Das Auslandsgeschäft habe auf hohem Niveau konsolidiert.In der Chemischen Industrie, der Stahl- und Metallverarbeitung und in der Holz- und Möbelindustrie sei die Stimmung ebenfalls gut. Selbst die lange kriselnde Bauindustrie habe sich deutlich erholt: "Die Belebung der Baunachfrage hat nicht nur die neuen Bundesländer erreicht, sondern greift nunmehr auch in allen Bausparten", schreibt der BDI. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband nun mit einem Umsatzwachstum von bundesweit zwei Prozent in der Branche. Verhaltener sei die Stimmung in der Textil- und Bekleidungsindustrie, die nur eine Stabilisierung der konjunkturellen Lage verzeichnen könne. Seit Jahresbeginn sei sogar ein signifikanter Rückgang in der Produktion festzustellen. Mit Problemen zu kämpfen hat laut BDI außerdem die Informations- und Kommunikationswirtschaft. So leide die Branche unter dem anhaltenden Preisdruck. Dennoch werde die Branche in diesem Jahr um 2,5 Prozent wachsen.Insgesamt rechnet der BDI in diesem Jahr mit einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum von 2,5 Prozent. 2007 werde das Wachstum nur noch 1,4 Prozent betragen. "Die weltwirtschaftlichen und hausgemachten Risiken haben zugenommen", schreibt der Industrieverband. "Insbesondere dürfte der private Konsum unter der drastischen Steuer- und Abgabenleistung leiden".Wie die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten bemängelt auch der BDI, dass die wirtschaftspolitischen Reformen hinter den Erwartungen zurückblieben: "Die Eckpunkte zur vorliegenden Gesundheitsreform gehen an den Erfordernissen vorbei", heißt es in dem BDI-Report. Auch in der Steuerpolitik werde mit den Plänen zur Gegenfinanzierung ein falscher Weg beschritten und die Arbeitsmarktpolitik setze völlig falsche Prioritäten.------------------------------Grafik: Die Auftragsbücher in der Industrie haben sich kräftig gefüllt.

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