Seite 1: "Berliner befürchten Nullrunde" von Sabine Rennefanz (4. August):Als verbeamtete Lehrerin, die seit 30 Jahren in Berlin unterrichtet, finde ich bestätigt, was jeder schon längst ahnte: Mit uns glaubt man, es machen zu können. Klaglos haben wir in den letzten Jahren die Erhöhung des Stundendeputats, die Vergrößerung von Klassen, die Mehrarbeit durch neue Prüfungsformate hingenommen, ohne dafür bezahlt zu werden. Wir haben die Streichung des Urlaubsgeldes und Kürzung des Weihnachtsgeldes geduldet, können unsere Arbeitszimmer nicht mehr steuerlich geltend machen und sehen einem Abiturdoppeljahrgang und der Zusammenlegung verschiedener Schulformen entgegen, wodurch uns weitere ungeheure Mehrbelastungen abgefordert werden. Die Materialien für den Unterricht und die Fortbildungsveranstaltungen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden, sind genau so teurer geworden wie Mieten und Energie. Die Inflation macht auch um uns keinen Bogen.Und nach all diesen Opfern für den Landeshaushalt sollen wir mal wieder leer ausgehen. Kann man aber von hoch qualifizierten Kräften immer weiter Höchstleistungen in einem schwierigen pädagogischen Umfeld für Gehälter erwarten, die bis zu 1 500 Euro unter denen in anderen Bundesländern liegen? Gehalt ist eine gesellschaftliche Form der Anerkennung und Wertschätzung. Wer die langfristig nicht erhält, kann nur unmotiviert sein.Margarete Braumann, Berlin
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