Beamte wollen mehr Sicherheit

Regine Zylka
2 Min

BERLIN, 10. Februar. Die deutsche Zöllnergewerkschaft hat mehr Sicherheit für ihre Mitglieder gefordert. Die Zollbeamten im Grenzeinsatz seien "permanent mit Gewalt konfrontiert", sagte Heinz Schulze, Vorsitzender des Bundes der Deutschen Zollbeamten (BDZ), am Dienstag im Gespräch mit der "Berliner Zeitung". Die potentielle Gewaltbereitschaft vor allem von Menschen, die über die Ostgrenzen nach Deutschland kämen, werde immer größer. Dieser Trend sei offenbar nicht aufzuhalten, "deshalb sind wir aufgerufen, etwas zu ändern, und müssen für den Schutz unserer Leute sorgen".Die deutschen Zollbeamten seien ebensogut auf ihren Einsatz vorbereitet wie Polizisten oder Beamte des Bundesgrenzschutzes (BGS). "Sie sind mit den Gefahren ihres Berufes bestens vertraut", so Schulze weiter. Bevor Mitarbeiter der Zollverwaltung, die eigentlich eine zivile Organisation ist und dem Bundesfinanzministerium untersteht, zur Grenzkontrolle eingesetzt würden und eine Dienstpistole tragen dürften, absolvierten sie eine "hervorragende" sechswöchige Schieß- und Sportausbildung. Anschließend müßten die Zollbeamten regelmäßig einmal im Monat mit Pistolen und Maschinenpistolen üben.Schulze forderte unter anderem, in Bussen oder Bahnen nicht mehr abzufertigen. "Kontrollen und vor allem der Gebrauch von Schußwaffen in geschlossenen Räumen bergen immer eine besondere Gefahr in sich", sagte er. Außerdem müsse darüber nachgedacht werden, ob Polizisten und Zöllner generell mit kugelsicheren Westen ausgestattet werden sollten. Bisher würden Schutzwesten nur bei besonderen Einsätzen genutzt. Das Bundesfinanzministerium regierte zurückhaltend auf die Gewerkschaftsforderungen. Zunächst müßten die Ermittlungen dieser "bedauerlichen Einzelfälle" abgeschlossen sein, sagte eine Ministeriumssprecherin am Dienstag in Bonn. Sollte sich daraus ein Anlaß zum Handeln ergeben, "wird alles Denkbare für die Sicherheit unserer Zöllner getan". Mängel in der "sehr fundierten und langjährigen" Ausbildung gebe es nicht, was auch daran zu erkennen sei, daß erstmals seit 1972 ein Zollbeamter im Dienst zu Tode gekommen sei.

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