Zwölf Jahre lang galt die Entscheidung als bindend. Am 25. Mai 2014 stimmten die Berliner gegen eine Bebauung des Tempelhofer Feldes. Doch wenige Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl ist aus der alten Debatte eine der großen Richtungsfragen des Wahlkampfs geworden: Soll Berlin angesichts des Wohnungsmangels an dem Volksentscheid festhalten oder auf einem Teil der riesigen Freifläche Wohnungen für zehntausende Menschen bauen?
Die Positionen der Parteien liegen mal mehr, mal weniger auseinander. Während CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers auf eine Randbebauung drängt, wollen Grüne und Linke das Feld vollständig freihalten. Auch die SPD hat sich gegen eine Bebauung ausgesprochen. Gleichzeitig wächst der Druck aus der Berliner Wirtschaft, das bisherige Tabu aufzugeben und Wohnungen zu bauen.
Zusätzlichen Schwung hat die Debatte durch die Initiative „Zuhause am Tempelhofer Feld“ bekommen. Ihr im Mai vorgestelltes Konzept sieht 21.400 Wohnungen für rund 50.000 Menschen am Rand des Feldes vor. Die rund 200 Hektar große zentrale Freifläche soll erhalten bleiben. Ein im Juli bekannt gewordener Prüfbericht der Investitionsbank Berlin (IBB) kam zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben grundsätzlich „durchführbar und finanzierbar“ sei.
Stadtentwicklung
60 Prozent wollen Tempelhofer Feld bebauen: Grüne und Linke ignorieren ihre eigenen Wähler
Wohnungen für 50.000 Menschen oder freie Fläche mitten in Berlin? Im Wahlkampf ist der alte Streit ums Tempelhofer Feld zurück – mit überraschenden Mehrheiten.
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Vor zwölf Jahren stimmten die Berlinerinnen und Berliner mehrheitlich gegen eine Bebauung des Tempelhofer Feldes.
© Lutz Wallroth via www.imago-images.de
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