Weltbienentag

Bedrohte Bestäuber: Warum Wildbienen ausgerechnet von Berlin profitieren

Am 20. Mai ist Weltbienentag. Auch in Berlin ist Imkern eine Art Edel-Hobby. Aber wichtiger und einfacher wäre es, den Wildbienen überall in der Stadt zu helfen.

Jens Blankennagel
Jens Blankennagel
10 Min
Im Einsatz: eine Wildbiene auf dem Weg zu Salbeiblüten.

Im Einsatz: eine Wildbiene auf dem Weg zu Salbeiblüten.

© Frank Rumpenhorst/dpa

Dass dieses Einkaufszentrum auch ein perfektes Hotel für Wildbienen ist, hätte vielleicht niemand mitbekommen, wenn Stephan Härtel nicht vor drei Jahren eine neue Brille gebraucht hätte. Der 57-Jährige ist gebürtiger Berliner, Biologe, Bienenexperte und Brillenträger. Als er zum Optiker ging, war die Schlange lang, also wartete er draußen vor dem Neumann-Forum in Pankow: ein klassisches kleines Einkaufszentrum, fünf Etagen, viel Putz, viele Fenster, unten ein paar Säulen und ein Sockel mit terrakottafarbenen Kacheln.

„Ich wartete, schaute mich um – und dann sah ich sie“, sagt er. Als Bienenexperte entdeckt er die Insekten auch dort, wo andere sie übersehen. Er war neugierig, wo sie wohnen, denn Wildbienen bleiben sehr nah an den Niststätten. Der Architekt musste ungewollt an der Fassade sehr viele hervorragende Nistplätze geschaffen haben, sonst würden nicht hundert Wildbienen umherfliegen.

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