Analyse

Als politischer Kampfbegriff missbraucht, auch in Bezug auf Israels Agieren in Gaza: Genozid

Kaum ein Konzept des Völkerrechts wird so häufig als politischer Kampfbegriff missbraucht wie das G-Wort: Doch nicht alles, was nach Völkermord aussieht, ist es auch.

Klaus Bachmann
Klaus Bachmann
13 Min
Eine Palästinenserin flieht auf der Salah-al-Din-Straße in Bureij, Gaza, Richtung Süden.

Eine Palästinenserin flieht auf der Salah-al-Din-Straße in Bureij, Gaza, Richtung Süden.

© AP/Fatima Shbair

Das G-Wort geht wieder um. Man findet es im Internet, in den sozialen Medien, seriöse Wissenschaftler nehmen es in den Mund und verfassen Eingaben an die amerikanische Regierung und den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag: Ein Genozid, ein Völkermord geschehe im Nahen Osten oder müsse, wie andere fordern, verhindert werden. Auf Al-Dschasira ist dieser Tage ständig davon die Rede, Israel begehe im Gazastreifen Völkermord, ein Vorwurf, der inzwischen auch von Recep Tayyip Erdogan geäußert wurde. Ein hoher UN-Beamter trat sogar aus Protest gegen den angeblichen Völkermord zurück. Chris McGreal, ein Journalist des Guardian, der seinerzeit über den Völkermord in Ruanda berichtete, fand erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen Benjamin Netanjahus Drohung, die Hamas, „dieses Teufelswerk, vom Antlitz der Erde zu tilgen“ und den Mordaufrufen des ruandischen Rundfunks von damals, die Tutsi wie „Kakerlaken“ auszurotten.

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*