BERLIN, 9. Juli. Die Überlegungen des Bundesfinanzministeriums zu einer Abschaffung der Kraftfahrzeugsteuer sind bei Umweltexperten auf Skepsis gestoßen. Der Verkehrsexperte des Umweltbundesamtes (UBA), Axel Friedrich, nannte die Pläne "politisch kontraproduktiv". "Ich könnte es nicht verstehen, wenn man freiwillig auf ein solches Lenkungsinstrument verzichtet", sagte Friedrich der Berliner Zeitung. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Reinhard Loske, bezeichnete die Pläne zwar als "überlegenswert". Allerdings gab auch Loske zu Bedenken, dass die Kfz-Steuer gute Möglichkeiten bietet, um Kunden zum Kauf sauberer Autos zu bewegen.Staatliches LabelFinanzminister Hans Eichel (SPD) will nach Angaben aus Regierungskreisen die Kfz-Steuer abschaffen und dafür die Mineralölsteuer erhöhen. Den Bundesländern will er die entgangenen Einnahmen aus der Kfz-Steuer mit denen der Versicherungssteuer ersetzen. Unklar war am Freitag noch, wie offensiv Eichel diese Pläne mit den Ländern diskutieren will.UBA-Verkehrsexperte Friedrich betonte, dass sich mit der Mineralölsteuer nur der reine Kraftstoffverbrauch senken lasse. Dagegen biete die Kfz-Steuer überdies die Chance, nach verschiedenen Schadstoffen zu unterscheiden und die Modelle der Autohersteller zusätzlich mit einer Art staatlichem Label zu versehen. So ergäben sich zusätzliche Anreize für die Konzerne, saubere Autos zu bauen. Friedrich verwies zudem auf weitere Möglichkeiten zur Ausgestaltung der Steuer. So sei es sinnvoll, Autos nicht nach Hubraumgröße, sondern nach dem Kohlendioxid-Ausstoß zu besteuern. Dieses Konzept werde in den Niederlanden, Frankreich und Dänemark bereits verfolgt.------------------------------Foto: Die Kfz-Steuer hilft gegen Gestank im Verkehr, sagen Umweltschützer.
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