Digitalisierung

Behörden-Chaos in Sachsen: Wenn die Software keine Zahlungen mehr zuordnet

IT-Panne in sächsischen Behörden. Neues System verursacht Chaos bei Zahlungen, Mahnverfahren und Semesterbeiträgen. Wie konnte es dazu kommen?

2 Min
Eine Software-Umstellung hat in Sachsens Behörden Probleme verursacht.

Eine Software-Umstellung hat in Sachsens Behörden Probleme verursacht.

© Karl-Josef Hildenbrand

Eine missglückte Software-Umstellung hat in Sachsens Behörden und öffentlichen Einrichtungen über Monate hinweg zu erheblichen Problemen bei der Zahlungsverwaltung geführt. Zahlungsein- und -ausgänge konnten monatelang nicht ordnungsgemäß bearbeitet und zugeordnet werden, wie der MDR berichtet.

Die Auswirkungen trafen zahlreiche Einrichtungen im Freistaat: Die Zentrale Bußgeldstelle sah sich gezwungen, sämtliche Mahnverfahren auszusetzen. Mehrere Hochschulen waren nicht in der Lage, eingegangene Semesterbeiträge den jeweiligen Studierenden zuzuordnen. Auch im internationalen Zahlungsverkehr kam es zu Fehlern – bei Überweisungen ins Ausland wurde die Währung im neuen Programm falsch erfasst.

Landesamt räumt Schwierigkeiten ein

Das Landesamt für Steuern und Finanzen bestätigte auf Anfrage die Schwierigkeiten bei der Einführung des neuen Systems. Die wesentlichen Probleme seien mittlerweile behoben, es gebe jedoch noch „einzelne Probleme", an deren Lösung ein eigens eingerichtetes Kompetenzteam mit Hochdruck arbeite. Die Umstellung auf das neue System sei umfangreich und sehr komplex gewesen, so das Amt.

Gleichzeitig betonte die Behörde, dass die Zahlungsfähigkeit des Freistaates zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei. Sachsen sei allen seinen Zahlungsverpflichtungen nachgekommen. Gehaltszahlungen an Bedienstete seien korrekt geleistet worden – vereinzelte Ausfälle habe man nachgeholt.

Hochschulen konnten Semesterstart sichern

Die Probleme an den Hochschulen konnten dem Landesamt zufolge rechtzeitig gelöst werden, sodass Studierende zum neuen Semester wieder regulär immatrikuliert werden konnten. Bei den fehlerhaften Auslandsüberweisungen handele es sich um zehn von insgesamt 300 Transaktionen, bei denen die Währung nicht korrekt übermittelt wurde. Man stehe in Kontakt mit den betroffenen Empfängern, um die Zahlungen zu korrigieren.

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Der Vorfall reiht sich in eine Serie von IT-Problemen bei der Digitalisierung öffentlicher Verwaltungen ein. Er zeigt, welche weitreichenden Folgen eine fehlerhafte Software-Migration haben kann – von gestoppten Bußgeldverfahren über verunsicherte Studierende bis hin zu falschen Währungsangaben bei internationalen Überweisungen.

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