Venezuela

Behörden in Venezuela beziffern die Zahl der Erdbebentoten auf mehr als 3800

Zwei Wochen nach dem Doppelbeben sind Tausende Menschen weiter auf Notunterkünfte angewiesen. Caracas fordert die Freigabe blockierter Vermögenswerte im Ausland für den Wiederaufbau.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Obdachlos gewordene Familien in einer Notunterkunft in La Guaira

Obdachlos gewordene Familien in einer Notunterkunft in La Guaira

© Laura de Chiclana/imago

Die Zahl der Todesopfer nach den beiden schweren Erdbeben in Venezuela vor zwei Wochen ist auf 3.811 gestiegen. Das teilte Parlamentspräsident Jorge Rodríguez am Mittwoch bei einem Treffen mit der amtierenden Präsidentin Delcy Rodríguez mit, wie die spanische Nachrichtenagentur EFE berichtete. Gegenüber dem vorherigen Stand kamen demnach 126 Tote hinzu. Die Zahl der Verletzten wurde unverändert mit 16.740 beziffert.

Tausende obdachlos, Hunderte Gebäude beschädigt

Nach Angaben von Jorge Rodríguez wurden durch das Doppelbeben 17.907 Menschen obdachlos, 6.462 Personen seien lebend geborgen worden. Die Behörden hätten 86.794 Familien versorgt und rund 9,6 Millionen Kilogramm Lebensmittel verteilt. Von 856 beschädigten Gebäuden seien 190 vollständig eingestürzt.

Bildungsminister Héctor Rodríguez erklärte laut EFE, mindestens 16.686 Menschen seien in 87 Notunterkünften untergebracht. An den Rettungsarbeiten sind demnach 4.388 internationale Einsatzkräfte sowie 30.076 Angehörige von Streitkräften, Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz beteiligt.

Caracas verlangt Zugriff auf eingefrorene Mittel

Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez erneuerte im Staatssender VTV ihre Forderung, die westlichen Sanktionen gegen Venezuela auszusetzen. Das Land verfüge über im Ausland blockierte Vermögenswerte, die den Wiederaufbau finanzieren könnten, sagte sie laut Reuters.

Den britischen König Charles III. habe sie in einem Brief um die Freigabe von rund 31 Tonnen venezolanischem Gold gebeten, das die Bank of England verwahrt und über dessen Herausgabe seit Jahren vor britischen Gerichten gestritten wird. Über den Ausgang des Verfahrens entscheidet jedoch nicht der britische Monarch.

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Zudem habe sie mit der Direktorin des Internationalen Währungsfonds über die Freigabe weiterer Mittel gesprochen, so Rodríguez. Nach den Beben vom 24. Juni mit den Stärken 7,2 und 7,5 hatten die USA laut der Nachrichtenagentur Reuters Transaktionen zur Erdbebenhilfe für vier Monate von den Sanktionen ausgenommen.

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