Russland hat Armenien gewarnt, im Falle einer Abkehr von der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) den vergünstigten Preis für russische Gaslieferungen zu verlieren.
Russland sei ein zuverlässiger Energielieferant, insbesondere für „seine engsten Verbündeten und Partner“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Es gebe einen „sehr attraktiven, mehr als nur Vorzugspreis für russisches Gas und Energie“.
Für Teilnehmer anderer Integrationsbündnisse, gemeint sei laut Tass die Europäische Union, sei ein solches System jedoch nicht möglich. Dort sei die Preisgestaltung marktorientiert. „Unsere Freunde in Jerewan wissen das sehr gut“, sagte Peskow dem Bericht zufolge.
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte laut Tass im April erklärt, dass Armenien derzeit 177,50 US-Dollar für 1000 Kubikmeter russisches Gas zahle, während der Preis in Europa bei über 600 Dollar liege. „Der Unterschied ist enorm“, sagte Putin demnach bei einem Treffen mit dem armenischen Premierminister Nikol Paschinjan.
Armenien zwischen Moskau und Brüssel
Armenien ist Mitglied der von Russland geführten EAWU und stark von russischen Energielieferungen abhängig, wie Reuters berichtet. Zugleich strebt das Land dem Bericht zufolge engere Beziehungen zur EU an und verabschiedete im vergangenen Jahr ein Gesetz zur Einleitung eines Beitrittsprozesses.
Peskow erklärte laut Tass, die Frage der weiteren wirtschaftlichen Integration sei „offen“. Paschinjan habe bei seinem Moskau-Besuch betont, Armenien bleibe Vollmitglied der EAWU, entwickle aber zugleich seine Beziehungen zu Europa „Wie Paschinjan damals erklärte, muss irgendwann eine endgültige Entscheidung getroffen werden“, sagte Peskow. Diese solle durch ein Referendum erfolgen.
Der armenische Außenminister Ararat Mirsojan sagte nach Angaben der russischen Agentur Interfax, sein Land habe kein Interesse an einem Bruch mit Russland: „Armenien hat kein Interesse daran, die politischen, wirtschaftlichen oder sonstigen Beziehungen zu Russland abzubrechen.“
Die Beziehungen zwischen Russland und Armenien, wo sich mehrere russische Militärstützpunkte befinden, haben sich laut Reuters verschlechtert, seit Aserbaidschan im Jahr 2023 trotz der Präsenz russischer Friedenstruppen die Region Bergkarabach einnahm. Im Juni finden in Armenien Parlamentswahlen statt, in denen Paschinjans Partei Bürgervertrag gegen mehrere Oppositionsparteien antreten wird, von denen dem Bericht zufolge mehrere als pro-russisch gelten.
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