BERLIN, 30. Juli. Gesetzlich Krankenversicherte sollten sich durch die geplante Gesundheitsreform nicht von einem Wechsel in eine preiswertere Kasse abhalten lassen. "Der Wechsel ist eine gute Möglichkeit, Geld zu sparen", sagte Dörte Elß von der Verbraucherzentrale Berlin. Wolfgang Schuldzinski von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen betonte, "wer jetzt wechseln will, sollte sich nicht von der Gesundheitsreform abhängig machen". Die Beitragsspannen in der gesetzlichen Krankenversicherung reichten von 11,9 bis 15,7 Prozent. Durch den Übertritt könnten Arbeitnehmer jährlich bis zu einigen Hundert Euro sparen.Die Verbraucherschützer warnten allerdings, nicht unbedingt eine von den preiswertesten Krankenkassen auszuwählen. "Gerade bei den billigsten Versicherern ist Vorsicht geboten", sagte Elß. So hätten beispielsweise Versicherte, die zur Taunus BKK gewechselt sind, teilweise monatelang auf ihre Versichertenkarte warten müssen. Neben dem Beitragssatz sollte man auch Aspekte wie Service und Erreichbarkeit der Krankenkasse berücksichtigen. "Insbesondere für Menschen, die lange krank sind, ist es wichtig, einen einzigen Sachbearbeiter als Ansprechpartner zu haben", sagte Elß. Das sei bei kleinen Kassen nicht immer der Fall. Schuldzinski bemerkte, dass Krankenkassen unterschiedliche Zusatzangebote für bestimmte Krankheiten wie Rückenleiden anbieten. Auch hier lohne der Vergleich.Der Wechsel zu einer neuen Krankenkasse ist relativ problemlos: Es genügt eine formlose Kündigung beim alten Versicherer. Sie ist immer zum Ende des übernächsten Monats wirksam. Dann sind Versicherte 18 Monate an ihre Entscheidung gebunden. Es sei denn, die Kasse erhöht die Beitragssätze. (lip.)
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