Todesstrafe

Bei Bewusstsein: Christa Pike kann nach gescheiterter Hinrichtung wieder sprechen

Nach zwei Dosen des Hinrichtungsmittels lag Christa Pike tagelang bewusstlos im Krankenhaus. Nun melden ihre Anwälte Fortschritte – und schwere Verletzungen.

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Dieses vom Strafvollzugsamt von Tennessee zur Verfügung gestellte Foto zeigt Christa Pike am 12. Januar 2023.

Dieses vom Strafvollzugsamt von Tennessee zur Verfügung gestellte Foto zeigt Christa Pike am 12. Januar 2023.

© Uncredited/Tennessee Department of Correction/AP

Die US-Amerikanerin Christa Pike hat nach ihrer gescheiterten Hinrichtung in Tennessee das Bewusstsein wiedererlangt und kann sprechen. Das teilten ihre Anwälte am Dienstag laut US-amerikanischen Medienberichten mit. Die 50-Jährige liegt seit dem Hinrichtungsversuch vom 30. September im Krankenhaus. Zuvor war sie nach Angaben ihrer Verteidiger bewusstlos und wurde künstlich beatmet.

„Allen Erwartungen zum Trotz ist Christa Pike bei Bewusstsein, spricht und erhält weiterhin intensivmedizinische Versorgung“, erklärten ihre Anwälte laut Reuters. Trotz schwerer Verletzungen an beiden Armen sei sie weiterhin mit Hand- und Fußfesseln an ihr Krankenhausbett gefesselt. „Ihre Prognose bleibt unklar, aber wir rechnen mindestens mit einer langen Genesung“, heißt es in der Erklärung.

Zweieinhalb Stunden in der Hinrichtungskammer

Pike sollte im Gefängnis Riverbend in Nashville durch eine Giftspritze sterben. Es wäre die erste Hinrichtung einer Frau in Tennessee seit mehr als 200 Jahren gewesen. Anwälte und anwesende Journalisten beschrieben einen etwa zweieinhalbstündigen Ablauf, bei dem Mitarbeiter Schwierigkeiten hatten, das Mittel Pentobarbital über Venenzugänge zu verabreichen.

Nach einem Gerichtsantrag ihrer Verteidigung wurden mindestens sieben Nadeln eingesetzt. Eine davon sei beim Herausziehen im rechten Winkel verbogen gewesen, berichtete ABC News. Pike habe während der Verabreichung zweier Dosen geweint, gewimmert und laut geatmet. „Mein Arm fühlt sich an, als würde er gleich aufplatzen“, laut einem Eilantrag ihrer Anwälte zur Sicherung von Beweismitteln des Hinrichtungsversuchs.

Ihre Anwälte vermuten, dass das stark alkalische Mittel in das Gewebe statt in die Blutbahn gelangte. Beide Arme seien bei ihrer Einlieferung ins Krankenhaus geschwollen, verbrannt und mit Blasen übersät gewesen. Die Verteidigung hatte zuvor gewarnt, dass Pikes kleine Venen und eine Bluterkrankung das Legen der Zugänge erschweren könnten.

Noch während des Versuchs beantragten die Anwälte einen gerichtlichen Stopp. Nach den von Reuters ausgewerteten Gerichtsunterlagen hatten die Gefängnismitarbeiter zu diesem Zeitpunkt bereits aufgehört und einen Rettungswagen gerufen.

Behörde verteidigt Vorgehen

Die Gefängnisbehörde von Tennessee erklärte anschließend, sie habe „jeden Schritt des rechtmäßigen, festgelegten Hinrichtungsprotokolls“ eingehalten. Weitere Maßnahmen habe das Protokoll nicht erlaubt. Gouverneur Bill Lee setzte die übrigen Hinrichtungen für dieses Jahr aus und ordnete eine unabhängige Überprüfung an. Behördenchef Frank Strada kündigte seinen Rücktritt an.

Für Mittwoch ist eine Gerichtsanhörung zur Sicherung von Beweismitteln angesetzt. Pikes Anwälte verlangen zudem erneut, ihre Todesstrafe in lebenslange Haft ohne Bewährung umzuwandeln.

Pike hatte im Jahr 1995 eine 19-Jährige ermordet

Pike war 18 Jahre alt, als sie mit zwei weiteren Jugendlichen im Jahr 1995 die 19-jährige Colleen Slemmer in Knoxville in ein Waldstück lockte, folterte und tötete. Im Jahr 1996 wurde sie zum Tode verurteilt.

Ihre Verteidiger argumentieren, sexueller Missbrauch, Vernachlässigung und psychische Erkrankungen in ihrer Kindheit seien bei der Strafzumessung nicht ausreichend berücksichtigt worden.

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