Bei einem Dinner des US-Präsidenten schleicht sich heimlich ein Paar ein. Nicht alle können darüber lachen

Ungebetene Gäste

Eva Schweitzer
2 Min

Worüber redet Washington nach dem ersten Staatsdinner der Obamas zu Ehren eines indischen Premiers? Etwa über Michelle Obamas Kleid, vom indischen Designer Naeem Khan entworfen? Über die Politik des Präsidenten? Nein, es ist ein Paar aus dem Bundesstaat Virginia, das es geschafft hatte, sich ins Weiße Haus einzumogeln, mit Vize Joe Biden anzustoßen, mit Stabschef Rahm Emanuel zu posieren, Pepsi-Cola-Chefin Indra Nooyi anzulächeln und den indischen Premier Manmohan Singh zu grüßen: Tareq und Michaele Salahi, er im schwarzen Smoking, sie in einer rot-goldenen Lehenga, ein traditionelles indisches Festkleid.Das Paar ist bereits hinlänglich bekannt. Die Sahalis sind häufig zu Gast auf Empfängen der Hauptstadt-Gesellschaft. Tareq Sahali ist der Sohn eines israelischen Einwanderers, der nach einem Erbstreit um das familieneigene Weingut in Virginia von sich reden machte. Michaele Salahi, einst Cheerleader der Redskins und offiziell Lobbyistin, ist derzeit als Teilnehmerin für eine Reality-Show im Gespräch - eine Art weibliche Variante zum Berliner Partylöwen Rolf Eden.Doch nicht alle können über den Coup lachen. Verzweifelt ist vor allem das Sicherheitspersonal des Weißen Hauses. Immerhin ist Barack Obama der bestbewachte US-Präsident aller Zeiten. Der Sicherheitsdienst arbeitet noch daran herauszufinden, wie eine solche Panne passieren konnte. Sprecher Ed Donovan beeilte sich mitzuteilen, dass alle Gäste durch einen Metallscanner gegangen seien und niemand in ernster Gefahr gewesen sei. Offenbar hat es beim Einlass jemanden gegeben, der nicht aufmerksam genug auf die Gästeliste geschaut hat. Eine andere Theorie ist, dass Arun Singh, der stellvertretende Chef der indischen Botschaft, geholfen hat, die beiden durchzuwinken. Er ist mit dem Paar befreundet.Donovan fügte hinzu, die beiden seien die ersten und einzigen Partycrasher im Weißen Haus. Derweil blieben die Salahis von der Aufregung vollkommen unberührt. Sie beharrten gestern darauf, sie seien keine Eindringlinge, sondern hätten sich "in letzter Sekunde" dazu entschlossen, zum Staatsdinner zu gehen. Ihre Sprecherin teilte mit, die beiden hätten dort eine wunderbare Zeit gehabt. Doch haben es die Salahis nicht übertrieben: Sie blieben nur zum Cocktail. Zum eigentlichen Dinner, das Platzkarten erfordert hätte, ließen sie sich nicht nieder. Allerdings weiß auch niemand, wie sich die beiden wieder unauffällig aus dem Weißen Haus entfernt haben.------------------------------Foto: Michaele und Tareq Salahi auf dem Weg ins Weiße Haus.

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