Bei Ortstermin Einigung erzielt TIERGARTEN

Gedenktafel wird morgen enthüllt

Uwe Aulich
2 Min

Die Gedenktafel für politisch, rassisch und religiös Verfolgte während des Natlonalsozlalismus wird morgen um 14 Uhr wie geplant auf dem Gelände des ehemaligen Hauptzollamtes In Alt-Moabit eingeweiht.Darauf verständigten sich gestern während eines Ortstermins Vertreter von Bundesministerien, vom Bezirk sowie der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Jerzy Kanal.Die Porzellantafel, die an zwei Rohrständern befestigt ist, wird bereits heute in unmittelbarer Nähe der Moltkebrucke aufgestellt. Dort hatte sie schon einmal seit dem 8. Juni gestanden, bis sie auf Intervention des Präsidenten der Oberflnanzdirektion (OFD), Ingo Trendelenburg, am vergangenen Freitag vom Bezirk abmontiert wurde. "Wir wollten eine Abstimmung, damit ein Standort für die Tafel gefunden wird, der auch Bestand hat", so Trendelenburg. Er wollte verhindern, daß die Tafel wegen Bauarbeiten im Bereich des Bundekanzleramtes und des Kanzlergartens vielleicht umgesetzt werden muß."Aus Sicht des Bezirksamtes war der Standort abgestimmt", sagt dagegen Bürgermeister Wolfgang Naujokat (SPD). Das Haupzollamt sei offiziell mit der Tafel einverstanden gewesen, wie ein Schreiben bestätige. Da die OFD jedoch Einwände "sowohl zu Ort und Zeitpunkt als auch zum Inhalt der Inschrift" geäußert hatte, wurde die Tafel wieder entfernt, da dies eine Rücknahme der Zusage gewesen sei, so Naujokat. Außerdem sollte die Tafel vor einer Zerstörung durch Rechtsextreme und vor Souveniersammlem geschützt werden.Während des Ortstermins wurden die Bebauungspläne für das Grundstück der Bundesregierung in diesem Bereich vorgestellt. Zwar ist an der Straße Alt-Moabit zwischen Platanen- und Kastanienallee ein Bundesgebäude geplant, doch wird davon der Standort der Tafel nicht berührt. Es sei schon so viel politisches Porzellan in Berlin zerschlagen worden, da dürfe nicht lange über einige Meter diskutiert werden, so Naujokat.Mit der Tafel soll auf die Vermögensverwertungsstelle beim Oberflnanzpräsidenten Berlin-Brandenburg hingewiesen werden, die für die Registrierung und Einziehung des Vermögens von Nazi-Verfolgten zuständig war. Die Behörde habe "als Handlanger der SS" fungiert und sei ein "wichtiges Glied in der organisierten Kette der Deportation insbesondere jüdischer Mitbürger in die Vernichtungslager gewesen , heißt es im Text.Daß die Einweihung wie geplant stattfindet, darüber ist Jerzy Kanal "sehr froh. Alle Beteiligten wollen ja die Tafel. Die Hauptsache ist, daß sie jetzt auch kommt." Uwe Aulich

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