Eine US-Drohne hat an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea Alarm ausgelöst und wäre beinahe abgeschossen worden. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, wurde das unbemannte Fluggerät am Donnerstag während einer gemeinsamen Militärübung über einer Grenzregion in der Provinz Gyeonggi entdeckt.
Erst nach einer weiteren Überprüfung stellte sich heraus, dass es sich um eine Drohne des in Südkorea stationierten US-Marine-Corps handelte. Zuvor hatten die südkoreanischen Streitkräfte nicht zweifelsfrei feststellen können, ob das Objekt möglicherweise aus Nordkorea stammte. Bewohner der Region wurden Reuters zufolge vorsorglich aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.
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Was an der Grenze geschah
Das südkoreanische Militär entdeckte die Drohne zunächst über seine Überwachungssysteme. Laut Yonhap wurde sie südlich eines vorgeschobenen Postens in der nördlichen Provinz Gyeonggi nahe der Grenze zu Nordkorea geortet.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur konnte das südkoreanische Militär zunächst nicht sofort bestimmen, ob die Drohne aus Nordkorea gekommen sein könnte. Für die Stadt Cheorwon, rund 70 Kilometer nördlich von Seoul nahe der Pufferzone entlang der Grenze, wurde laut Yonhap eine Warnung ausgegeben. Anwohnern wurde demnach geraten, Schutz zu suchen, da ein Drohnenflug entdeckt worden sei.
Das für die Frontverteidigung zuständige 1. Korps der Armee aktivierte laut Yonhap das Luftabwehr-Alarmsystem „Durumi“, das bei einem feindlichen Drohnen-Eindringen ausgelöst wird. Das Army Ground Operations Command (GOC) habe Berichten zufolge Luftabwehrmittel wie Flugabwehrgeschütze mobilisiert, um die Drohne abzuschießen.
Ein Vertreter des südkoreanischen Generalstabs erklärte laut Yonhap: „Bei weiterer Überprüfung wurde das unbemannte Fluggerät als US-Militärdrohne identifiziert, die an einer Trainingsübung teilnahm.“ Die US-Streitkräfte in Korea bestätigten, dass es sich um eine ihrer Drohnen handelte. Der Zwischenfall habe sich während einer bilateralen Übung zwischen US-Marines und der 1. Marine-Division des südkoreanischen Marine Corps ereignet.
Offene Fragen zur Kommunikation
Der Zwischenfall wirft nach Darstellung von Yonhap Fragen zu einer möglichen Kommunikationslücke zwischen den Streitkräften der beiden Länder auf. Strittig ist die Frage der Genehmigung: Die US-Streitkräfte in Südkorea (USFK) sollen dem Bericht zufolge im Vorfeld auf den Plan hingewiesen haben, Drohnen nahe der Grenze zu betreiben, und das Training mit den südkoreanischen Streitkräften abgestimmt. Das südkoreanische Militär erklärte demnach jedoch, nie eine formelle Genehmigung erteilt zu haben.
Die Zeitung Chosun Ilbo berichtete laut Yonhap am Freitag unter Berufung auf nicht namentlich genannte Militärquellen, die USFK habe die südkoreanische Seite über die geplanten Übungen informiert und ein offizielles Dokument zum Drohnen-Einsatz übermittelt – dieses sei jedoch nie über die Befehlskette weitergeleitet oder mit den zuständigen Einheiten geteilt worden.
Die Bereitschaftsinspektion des südkoreanischen Generalstabs wollte laut Reuters und Yonhap am Freitag das 1. Korps der Armee aufsuchen, um den Umgang mit dem Drohnen-Zwischenfall zu überprüfen. Die USFK erklärten laut Yonhap, sie führten eine eigene Untersuchung durch und kooperierten vollständig mit dem südkoreanischen Militär, um die Fakten zu klären.
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