Mitleidstour

Beleidigt und zimperlich – oder mit Kalkül? So setzt die SPD die Koalition aufs Spiel

Der Rücktritt von Bärbel Bas wird aufgebauscht: Ausgerechnet Politiker werfen sich nun Gemeinheiten vor. Eigentlich witzig, wenn es nicht so ernst wäre. Ein Kommentar.

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Bärbel Bas: Die ehemalige Bundesministerin für Arbeit und Soziales und SPD-Co-Chefin fällt weich. Ihr Bundestagsmandat behält sie.

Bärbel Bas: Die ehemalige Bundesministerin für Arbeit und Soziales und SPD-Co-Chefin fällt weich. Ihr Bundestagsmandat behält sie.

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Es war von Bärbel Bas höchst unprofessionell, in ihrem Rücktrittsschreiben auf die Union nachzutreten. Sie hat so einen ernsthaften Koalitionsstreit ausgelöst. Wer die öffentlichen Angriffe „leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners“ nicht aushält, hat folgerichtig nichts in der Politik zu suchen: „If you can’t stand the heat, get out of the kitchen“, bemerkte einst US-Präsident Harry S. Truman. Wer zart besaitet ist, hat in der Politik nichts verloren. Das war schon immer und überall so.

Auch Trauerfälle kommen immer wieder vor. So ist das leider im Leben. Ob ein Politiker dann hinwirft oder nicht, ist eine persönliche Entscheidung. Wohlgemerkt: Im öffentlichen Dienst stehen Arbeitnehmern beim Tod eines Angehörigen nur zwei Tage Sonderurlaub zu. Wochenlange Rückzugsphasen würden jedem Arbeitnehmer den Job kosten. Nicht so Bärbel Bas. Zudem fällt Bas äußerst weich, da sie ihr Bundestagsmandat nicht abgegeben hat.

Alles in allem verwundert der Fall Bas: Ausgerechnet skrupellose Profipolitiker, denen ansonsten keine Schweinerei zu dreckig ist, werfen sich nun gegenseitig Bösartigkeiten vor. Was steckt da dahinter?

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