Pfingsten kehrt eine der traditionsreichsten Motorsportveranstaltungen Europas zurück: Das 103. Teterower Bergringrennen und das Speedway-Rennen um den 21. Auerhahn-Pokal sollen nach einjähriger Pause wieder Tausende Fans an die legendäre Grasbahn locken. Mit einem neuen Veranstaltungskonzept, professionellerer Organisation und einer engen Verzahnung von Bergring und Speedway-Arena wollen die Verantwortlichen die Zukunft des traditionsreichen Rennwochenendes sichern.
Nachdem das Rennen 2025 ausfallen musste, steht nun das Comeback bevor. Der ADAC Hansa übernimmt ab 2026 federführend die Organisation des Bergring-Wochenendes und setzt dabei auf eine umfassende Neuausrichtung. Herzstück bleibt die 1877 Meter lange und mit einer neuen Streckenlizenz versehene Grasbahn.
Erstmals wird das Motorsportwochenende zu Pfingsten in der Mecklenburgischen Schweiz auf zwei Tage verteilt. Für Sonnabend ist ab dem frühen Nachmittag ein freies Training auf dem Bergring vorgesehen. Auf Lautsprecher-Durchsagen soll dabei bewusst verzichtet werden – auch als Reaktion auf Wünsche vieler Besucher nach einem ruhigeren und entzerrten Ablauf. Im Anschluss verlagert sich das Geschehen in die Speedway-Arena. Dort stehen zunächst Trainingsläufe und später das traditionelle Rennen um den Auerhahn-Pokal auf dem Programm.
ADAC Hansa übernimmt erstmals die Organisation
Das eigentliche Bergringrennen findet am Pfingstsonntag statt. Seit ungefähr einem Jahrhundert gilt die Veranstaltung als fester Termin im Kalender der Motorsportfans. Mehr als 100 Rennen haben den Teterower Bergring zu einer Institution gemacht, deren Faszination weit über Mecklenburg-Vorpommern hinausreicht. Gerade die Kombination aus spektakulären Grasbahnrennen und Speedway-Atmosphäre verleiht dem Mororsport-Wochenende seinen besonderen Charakter.
Mit der Übernahme der Organisation durch den ADAC Hansa verbindet sich zugleich die Hoffnung auf mehr Stabilität. Der MC Bergring Teterow, bislang Veranstalter des Rennens, hatte zuletzt zunehmend mit organisatorischen und strukturellen Herausforderungen zu kämpfen. Künftig übernimmt der Regionalklub nicht nur Planung und Durchführung, sondern auch die finanziellen Risiken der Veranstaltung.
Großes Zuschauerinteresse: Zum Bergringrennen (siehe Bild) und zur Speedway-Arena in Teterow pilgern jedes Jahr zu Pfingsten Tausende Motorsportfans.
© Fellechner/imago
„Der Bergring ist nicht nur eine Rennstrecke – er ist ein Symbol für Leidenschaft, Tradition und Zusammenhalt. Wir möchten dieses Erbe nicht nur sichern, sondern mit frischem Wind in die Zukunft führen“, erklärt Adi Schlaak, Vorstand Sport und Jugend beim ADAC Hansa.
Bergring-Wochenende wird professioneller aufgestellt
Nach Angaben des ADAC Hansa wurden bereits Vereinbarungen mit 46 regionalen Unternehmen geschlossen, die sich künftig um Wartung und Pflege verschiedener Anlagen kümmern sollen. Unterstützt werden sie weiterhin von Mitgliedern des MC Bergring Teterow, die unter anderem den Bahndienst übernehmen.
Mit der neuen Struktur soll das Bergring-Wochenende zugleich professioneller aufgestellt werden. Die Aufwertung von einer Ortsklub- zu einer Regionalklub-Veranstaltung verspricht größere Reichweite, bessere Vermarktungsmöglichkeiten und attraktivere Perspektiven für Sponsoren und Medienpartner. Auch die Pacht des Geländes übernimmt künftig der ADAC Hansa.
„Wir nehmen das Risiko von den Schultern des Vereins und tragen es als Veranstalter selbst. Das schafft Stabilität und ermöglicht dem MC Bergring, sich wieder auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren“, sagt Schlaak. Dabei verfolgt der ADAC Hansa ehrgeizige Ziele. Die Speedway-Arena soll weiter modernisiert werden, zugleich wollen die Verantwortlichen Themen wie Nachwuchsförderung, Nachhaltigkeit und internationale Sichtbarkeit stärker in den Fokus rücken.
Viele Motocross-Größen sind zu sehen
Viele internationale Motocrosser werden schon in diesem Jahr zu sehen sein, die unter anderem aus Polen, Finnland, Schweden, Großbritannien, Danemark Slowenien und Russland nach Teterow kommen.
Zu denen zählt der Brite Paul Coope, der in Teterow in der Vergangenheit schon mächtig abgeräumt hat. Neun Hundertstel entschieden bei der 101. Auflage über den Sieg des Publikumslieblings im Bergringpokal-Rennen, der knappste Einlauf aller Zeiten. Für „Super Cooper“ war es nach 2012 und 2017 bereits der dritte Pokalsieg. Und das „Grüne Band“, die Trophäe, die der Sieger erhält, gewann der Engländer nach 2017, 2018, 2022 und 2023 sogar vier Mal. Für die 103. Auflage hat Cooper als einer der ersten seine Nennung abgegeben.
Auf deutscher Seite will sich beispielsweise Lokalmatador Danny Knakowski zeigen. Er ist seit Jahren Kapitän der „Teterower Hechte“ in der 2. Bundesliga und der Speedway-Liga-Nord. Mit seinem erstmaligem Start auf dem Bergring erfüllt er sich einen Lebenstraum.
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In der Speedway-Arena sorgt unter anderem Michael West von Down Under für internationales Flair. Der junge Australier gewann 2023 die nationale U21-Meisterschaft und fuhr im Vorjahr in der polnischen U24-Extraliga, in Frankreich und in Tschechien. In dieser Saison ist er Stammfahrer für Krakow in der polnischen Liga. Und aus deutscher Sicht ist Norick Blödorn ein Kandidat fürs Podium. Der 21-jährige Schleswig-Holsteiner gilt als die größte deutsche Speedwayhoffnung. Der zweifache Deutsche Meister wurde 2025 U21-Team-Weltmeister und steht in diesem Jahr beim polnischen Meister Apator Torun unter Vertrag.
Das Zuschauerinteresse ist nach wie vor groß
Laut Andreas Stange, Vorsitzender des dort ansässigen und seit diesem Jahr mitveranstaltern MC Bergring Teterow, haben für das Speedway-Rennen am Sonnabend insgesamt 24 Teilnehmer gemeldet. „Das Fahrerfeld ist wieder hochklassig besetzt, was man auch an dem großen Zuschauerinteresse merkt. Es wurden schon sehr viele Karten vorverkauft“, verrät er. Seinen Aussagen zufolge bildete sich auch am Kassenhäuschen, das am Mittwoch (20. Mai) erstmals öffnete, eine lange Schlange. Platz für Motorsport-Begeisterte gibt es aber genug, betont der Vereinschef: „Unsere Arena hat Platz für über 20.000 Zuschauer.“
Speedway-Arena: Für den Sonnabend wird im Teterower Oval ein hochklassiges Teilnehmerfeld erwartet.
© Hafner/imago
Aber auch am Sonntag werden viele Besucher erwartet, die auf dem Bergring spannende und rasante Rennen des in diesem Jahr wieder großen Starterfeldes verfolgen können. „Für das Bergring-Rennen haben sogar 80 Fahrer gemeldet“, betont Stange. „Die Zuschauer können sich bei uns zu Pfingten auf großartigen Motorsport freuen.“
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