Rettungseinsatz

Sächsische Schweiz: Kletterin stürzt ab – Bergwacht zufällig in der Nähe

Eine 23-Jährige stürzte an der Bärensteinnadel mehrere Meter in die Tiefe. Glück im Unglück: Bergretter waren zufällig nur zwei Kilometer entfernt.

OAZ
3 Min
Die 23-Jährige musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Dresdner Klinik geflogen werden. (Symbolbild)

Die 23-Jährige musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Dresdner Klinik geflogen werden. (Symbolbild)

© Sylvio Dittrich/Imago

Eine 23-jährige Kletterin ist am Samstag an der Bärensteinnadel nahe Struppen in der Sächsischen Schweiz mehrere Meter in die Tiefe gestürzt und hat sich dabei Kopfverletzungen zugezogen. Nur durch zuvor gelegte Zwischensicherungen wurde ein noch tieferer Absturz verhindert. Die junge Frau wurde per Rettungshubschrauber in ein Dresdner Krankenhaus geflogen.

Wie Einsatzleiter Matthias Gathmann von der Bergwacht Dresden gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, hatte die Kletterin gegen 12 Uhr mittags beim sogenannten Vorstieg an der Nordwestkante der Bärensteinnadel – einem der zahlreichen freistehenden Gipfel der Sächsischen Schweiz – den Halt verloren. Sie stürzte zwischen fünf und acht Meter in die Tiefe, bevor eine der Sicherungsschlingen, die sie während des Aufstiegs gelegt hatte, den Fall stoppte. Dennoch prallte sie mit dem Kopf gegen die Felswand. Laut der Sächsischen Zeitung trug die Frau keinen Kletterhelm.

Die beiden Begleiter der Kletterin ließen die Verletzte zunächst von der Wand herab und verständigten die Rettungskräfte. Während des gesamten Einsatzes sei die junge Frau ansprechbar gewesen, so Gathmann.

Unfall nur zwei Kilometer von der Übung entfernt

Ein glücklicher Zufall kam der Verletzten zugute: Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich rund 40 Rettungskräfte der Bergwacht Dresden nur etwa zwei Kilometer entfernt am Rauenstein, wo sie seit Freitag eine Großübung zur Vorbereitung auf die bevorstehende Klettersaison durchführten. Gathmann und sein siebenköpfiges Team konnten daher rasch zum Unfallort gelangen. Zusätzlich rückten drei Einsatzkräfte der Bergwacht Pirna an. Insgesamt waren zehn Bergretter, ein Rettungswagen sowie ein Hubschrauber im Einsatz. Die Patientin wurde mittels Gebirgstrage durch das steile Gelände zum Landeplatz transportiert und von dort in eine Dresdner Klinik geflogen. Gegen 15 Uhr waren die Rettungsmaßnahmen abgeschlossen.

Bei der Großübung am Rauenstein wurden nach Angaben des Leiters der Dresdner Bergwacht, Jost Bähne, verschiedene Hilfs- und Einsatztechniken zur Sicherung und Rettung verunglückter Kletterer trainiert. Die anspruchsvollste Übung sei die Bergung von Personen aus Felsspalten gewesen, bei der ein komplexer Seilaufbau in der richtigen Reihenfolge errichtet werden müsse. „Das kann durchaus eine Stunde dauern, bis alle Seile fix sind und alles klappt“, erklärte Bähne. Einige Einsatzkräfte übernahmen dabei die Rolle verunglückter Personen, um die Szenarien möglichst realitätsnah zu gestalten.

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Die Bergwachten in der Sächsischen Schweiz verzeichneten im vergangenen Jahr insgesamt 148 Einsätze, wie Bähne mitteilte. Darunter waren 100 Wanderunfälle, 18 Kletterunfälle und vier medizinische Notfälle. In 43 Fällen musste ein Hubschrauber eingesetzt werden. Sieben Menschen kamen bei Unfällen ums Leben.

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