Olena Zelenska, die First Lady der Ukraine, hat laut Washington Post eine Einladung des Weißen Hauses abgelehnt, an der Rede zur Lage der Nation von Joe Biden teilzunehmen, die am Donnerstag in Washington stattfinden soll.
Die Washington Post schrieb am Dienstagabend: „Die Absicht (der US-Behörden, Anm. d. Red.) war, die First Lady Jill Biden in der Nähe von Selenska und Julia Nawalnaja, der Witwe des russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny, der im vergangenen Monat in einem arktischen Gefängnis starb, zu platzieren, wie mit der Planung vertraute Personen berichtet hatten. Das Bild der beiden Frauen, die beide ein Symbol des Widerstands gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin sind, würde eine eindrucksvolle Kulisse für Präsident Bidens Rede vor einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses bieten,“ so die Washington Post.
Doch Nawalnajas mögliche Anwesenheit verursachte bei den Ukrainern Unbehagen. Das sagten laut der Zeitung Personen, die mit den Planungen des Kiewer Präsidentenbüros vertraut sind. Obwohl der verstorbene Oppositionsanführer Alexei Nawalny weithin als Antikorruptionsikone gefeiert wird, werden seine Äußerungen zur Ukraine kritisch gesehen. Auch bei Nawalnaja ist das der Fall. Sie soll einst gesagt haben, dass die Krim, die Putin 2014 annektierte, zu Russland gehört.
Auch Alexei Nawalny soll 2014 mit der Annektierung der Krim einverstanden gewesen sein. Daher wurde er in der Ukraine nicht als Freund des ukrainischen Volkes gesehen. Dies bestätigt der Washington Post Alina Polyakova, Präsidentin des Center for European Policy Analysis, einer Denkfabrik in Washington.
„Nawalny war natürlich gegen die russische Invasion in der Ukraine, aber 2014, als Russland zum ersten Mal in die Ukraine einmarschierte, vertrat er die allgemeine russische Auffassung, dass die Krim zu den historischen Gebieten Russlands gehört“, sagte Poljakowa der Washington Post.
Ein Beamter des Weißen Hauses sagte, Selenskas Entscheidung sei wahrscheinlich auf „Terminkonflikte“ zurückzuführen, und verwies an Selenskyjs Büro. Es wird gemutmaßt, dass Nawalnajas Einladung nicht der einzige Grund sei, warum Selenska eine Anwesenheit in Washington abgelehnt habe. Angeblich wolle sie nicht zu stark mit Joe Biden in Verbindung gebracht werden, jetzt, wo die Republikaner im Kongress über Waffenlieferungen an die Ukraine entscheiden.
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