China, die USA und weitere Regierungen wollen Ghana offenbar dazu bewegen, eine geplante Erhöhung von Goldabgaben zu stoppen, wie Reuters unter Berufung auf drei anonyme Quellen und das Schreiben eines Branchenverbands berichtet.
Das Land plant dem Bericht zufolge, eine bisher feste Förderabgabe von fünf Prozent durch eine Skala zwischen fünf und zwölf Prozent zu ersetzen, die an den Goldpreis gekoppelt sein soll, der zuletzt historische Höchststände erreicht hat. Ghana will so seine Einnahmen aus dem Goldhandel erhöhen. Die Regelung könnte bereits in der kommenden Woche in Kraft treten.
Diplomatischer Druck von mehreren Ländern
Diplomatische Vertretungen aus den USA, China, Großbritannien, Australien, Kanada und Südafrika trafen sich laut Reuters in diesem Monat mit Ghanas Minister für Land und natürliche Ressourcen und übergaben ihm dabei ein gemeinsames Dokument, in dem sie ihre Bedenken über die angestrebte Änderung teilen. Die Gruppe plant außerdem Gespräche mit Ghanas Finanzminister, hieß es.
Branchenvertreter sehen darin eine „ungewöhnlich hochrangige Reaktion“ auf die Pläne, wie Reuters berichtet. „Ich habe noch nie erlebt, dass sich die diplomatische Gemeinschaft in diesem Ausmaß engagiert“, sagte eine hochrangige Quelle aus der Branche demnach. Eine weitere Quelle erklärte, die Gebührenfrage habe „die Unternehmen wie nichts in den letzten Jahren geeint“.
Bergbauunternehmen wollen niedrigere Abgaben
Die ghanaische Bergbaukammer warnte einem Bloomberg-Bericht zufolge bereits im Januar, dass Ghana durch die geplanten Änderungen unattraktiver für Investitionen werden könnte. Ghana ziehe in Betracht, als Gegenzug eine andere Abgabe zu senken, wie Reuters berichtet. Bergbauunternehmen würden jedoch trotzdem niedrigere Gold-Abgaben fordern als bisher in der neuen Regelung vorgesehen.
Die CEOs globaler Bergbauunternehmen, darunter Newmont, Gold Fields, AngloGold Ashanti und Perseus, die unter anderem in den USA, Südafrika und Australien ihre Hauptsitze haben, sprachen sich laut dem Bericht ebenfalls gegen die neue Regelung aus. Sie wandten sich demnach bereits in den vergangenen Monaten schriftlich an den ghanaischen Landwirtschaftsminister.
Der Verband der chinesisch-ghanaischen Bergbauindustrie warnte in einem Schreiben, das Reuters nach eigenen Angaben vorlag, dass der Vorschlag die Rentabilität mehrerer Goldminen gefährden könnte. Goldproduzenten in Ghana erreichten dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr hohe Gewinne.
Weder die betroffenen Unternehmen noch die zuständigen Ministerien in Ghana antworteten laut Reuters auf eine Bitte nach Stellungnahme. Auch die involvierten diplomatischen Vertretungen und Botschaften äußerten sich zunächst nicht.
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