CIA-Direktor John Ratcliffe bereitet sich offenbar darauf vor, künftig eine größere Rolle bei den US-Verhandlungen mit Russland und der Ukraine zu übernehmen. Das sollen US-Vertreter ihren europäischen Kollegen mitgeteilt haben, berichtet die Financial Times unter Berufung auf mehrere mit den Plänen vertraute Quellen. Das Weiße Haus weist den Bericht allerdings zurück.
Die US-Regierung erwägt nach Angaben von fünf Quellen, die Rolle der Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner bei den Gesprächen zurückzufahren, berichtet die Zeitung. Ratcliffe soll demnach künftig stärker an der sogenannten Shuttle-Diplomatie zwischen Russland und der Ukraine beteiligt sein. Gleichzeitig soll er den Kontakt zu Geheimdienstvertretern beider Länder aufrechterhalten. US-Präsident Donald Trump habe jedoch noch keine Entscheidung getroffen.
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Weißes Haus weist Bericht zurück
Der US-Geheimdienst CIA wollte sich dem Bericht zufolge nicht äußern. Das Weiße Haus bezeichnete die Darstellung hingegen als „Fake News“. Witkoff und Kushner würden weiterhin mit großem Einsatz an einem Friedensabkommen arbeiten und hätten das volle Vertrauen von Trump, hieß es laut Financial Times in einer Stellungnahme.
Ratcliffe war Ende August überraschend nach Moskau gereist und sprach laut Financial Times mit ranghohen russischen Geheimdienstvertretern unter anderem über den Krieg. Trump hatte die Reise anschließend als „halbwegs routinemäßig“ bezeichnet.
Witkoffs bisheriges Vorgehen bei den Verhandlungen soll dem Bericht zufolge sowohl in der Ukraine als auch bei westlichen Verbündeten für Unzufriedenheit gesorgt haben. Kiew habe ihm etwa vorgeworfen, nicht ausreichend Druck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgeübt zu haben.
Russland soll Witkoff teilweise für das Scheitern eines Treffens zwischen Trump und Putin in Alaska im vergangenen Jahr verantwortlich gemacht haben, bei dem kein Durchbruch erzielt wurde, berichtete die Financial Times unter Berufung auf ukrainische und weitere Quellen. Zugleich habe Putin seine Bemühungen öffentlich gelobt.
Peskow: Russland hofft auf erneute Verhandlungen
In der vergangenen Woche reisten Witkoff und Kushner nach Moskau und Kiew. Anschließend äußerten sie sich optimistisch über eine mögliche Wiederaufnahme trilateraler Gespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine. Nach Einschätzung mehrerer mit den Gesprächen vertrauter Personen brachten die US-Unterhändler jedoch nur wenige neue Vorschläge mit, berichtet die Financial Times.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters äußerte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch die Hoffnung, dass die von den USA vermittelten Verhandlungen bald wieder aufgenommen werden. Moskau habe den politischen Willen dazu, sagte Peskow. Zugleich gibt es laut Reuters weiterhin große Differenzen zwischen Russland und der Ukraine über eine mögliche Beendigung des Krieges.
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