Satellitennetzwerk

Bericht: Rheinmetall und OHB wollen Starlink-Alternative für Bundeswehr entwickeln

Rheinmetall führt mit dem Satellitenhersteller OHB offenbar Gespräche über ein gemeinsames Projekt. Entstehen soll ein Starlink-ähnlicher Dienst für die Bundeswehr.

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Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall und der Bremer Satellitenhersteller OHB führen offenbar Gespräche über ein gemeinsames Projekt zum Aufbau eines militärischen Satellitennetzwerks für die Bundeswehr. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf drei interne Quellen.

Die beiden Unternehmen planen demnach ein Joint Venture, das sich um einen milliardenschweren Auftrag bewerben soll. Ziel ist der Aufbau eines sicheren Kommunikationsnetzwerks in der niedrigen Erdumlaufbahn. Das Vorhaben wird von Behördenvertretern laut Financial Times als „Starlink für die Bundeswehr“ bezeichnet.

Verhandlungen noch in frühem Stadium

Die Verhandlungen befinden sich dem Bericht zufolge noch in einem frühen Stadium. Hintergrund ist das vergangenes Jahr angekündigte Budget von 35 Milliarden Euro, das Deutschland in militärische Raumfahrttechnologie investieren will.

Auch das Handelsblatt berichtete über das Vorhaben. Geplant seien demnach mindestens hundert Satelliten, die bis zum Jahr 2029 Panzer, Schiffe, oder auch Soldaten miteinander vernetzen sollen. Der geschätzte Auftragswert liegt dem Bericht zufolge bei acht bis zehn Milliarden Euro.

Starlink, der Satelliteninternetdienst von Elon Musks SpaceX, betreibt mehr als 9000 Satelliten im niedrigen Erdorbit. Im Ukrainekrieg wurde er für die ukrainischen Streitkräfte zu einem wichtigen Kommunikationsmittel, wenn andere Netzwerke ausfielen. SpaceX hat inzwischen den Dienst Starshield für Verteidigungs- und Nachrichtendienste gestartet, viele Länder planen laut Financial Times jedoch eigene Lösungen, um Abhängigkeiten zu vermeiden.

Rheinmetall will Satelliten in Neuss bauen

Rheinmetall hatte im vergangenen November seinen ersten Auftrag im Bereich der Weltraumtechnologie bekannt gegeben. Gemeinsam mit dem finnischen Unternehmen Iceye will Rheinmetall Radaraufklärungssatelliten in einer ehemaligen Autofabrik in Neuss produzieren. Der erste Satellit soll in diesem Jahr gefertigt werden, teilte Iceye im November mit.

OHB sieht sich währenddessen möglicher Konkurrenz durch eine Fusion der Raumfahrtsparte von Airbus, Thales und Leonardo gegenüber. Das neue Unternehmen würde Europas zwei größte Satellitenhersteller vereinen und den Wettbewerb für OHB verschärfen.

Das Verteidigungsministerium und das Beschaffungsamt lehnten laut Financial Times eine Stellungnahme ab. Auch Rheinmetall sowie OHB wollten sich nicht äußern.

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