Rund 80 Schiffe warten inzwischen auf ihre Weiterfahrt zu ukrainischen Donauhäfen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Angaben des Schifffahrtunternehmens Avalon Shipping. Demnach nahm die Zahl innerhalb der vergangenen fünf Tage zu.
Der rumänische Sulina-Kanal ist ein wichtiger Zugang von der Seeseite zur Donau und laut Reuters der einzige Donaukanal, der tief genug für die betreffenden Schiffe auf dem Weg vom Schwarzen Meer zu den ukrainischen Häfen Reni und Ismajil ist.
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Alternative zu Schwarzmeerhäfen
Hintergrund sind die Einschränkungen an den ukrainischen Schwarzmeerhäfen. Nach Angaben von Reuters haben russische Angriffe die wichtigsten Häfen des Landes weitgehend blockiert. Diese hatten demnach früher rund 90 Prozent der ukrainischen Getreideexporte abgewickelt. Deshalb werde ein Teil der Ausfuhren über die Donauhäfen geleitet, die eine deutlich geringere Kapazität haben.
Bereits am 26. August hatte Reuters von bis zu 70 wartenden Schiffen am Sulina-Kanal berichtet. Als Gründe für die Verzögerungen wurden damals unter anderem ein Mangel an Lotsen sowie die bevorzugte Abfertigung anderer Ladungen, insbesondere von Treibstoff, genannt.
Abfertigung nimmt langsam zu
Inzwischen nimmt der Schiffsverkehr durch den Kanal etwas zu. Für Montag wurden laut Reuters mindestens sieben Einfahrten erwartet, nachdem in der vergangenen Woche nur etwa fünf Schiffe pro Tag den Kanal passiert hatten.
Nach Angaben von Katerina Kononenko, Betriebsleiterin bei Avalon Shipping, wären etwa zehn Schiffe täglich nötig, um den Rückstau von rund 80 Schiffen abzubauen. Es könne mehrere Wochen dauern, bis die Warteschlange wieder auf etwa zehn Schiffe sinke, sagte sie dem Bericht zufolge.
Laut Reuters könnten zusätzliche Probleme entstehen, wenn mehr Schiffe über den Kanal in die Ukraine gelangen: Dann müssten auch mehr Schiffe wieder auslaufen und die vorgeschriebenen Kontrollen durchlaufen. Laut Reuters ist die Zahl der dafür verfügbaren Kontrolleure begrenzt.
Die ukrainische Bahn sieht weiteres Potenzial für Getreideexporte über die Donau. Der staatliche Betreiber Ukrsaliznyzja gibt laut Reuters eine Transportkapazität von monatlich 500.000 Tonnen Getreide zu den Häfen Ismajil und Reni an. Jedoch gebe es einen Mangel an Schiffen, zudem führten häufige Luftalarme demnach zu Unterbrechungen des Hafenbetriebs.
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