Militär

Bericht: Taiwan rüstet gegen China auf und baut Arsenal von Anti-Schiffs-Raketen aus

Taiwan baut sein Arsenal an Anti-Schiffs-Raketen einem Bericht zufolge deutlich aus. Bis 2029 könnte die Zahl demnach auf mehr als 1800 steigen.

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Ein Hsieung Feng Raketensystem in Taiwan im Jahr 2024

Ein Hsieung Feng Raketensystem in Taiwan im Jahr 2024

© Anadolu Agency/imago

Taiwan will sein Arsenal an Anti-Schiffs-Raketen offenbar deutlich vergrößern. Bis Anfang 2029 soll die Zahl auf mehr als 1800 Stück steigen, wie Reuters unter Berufung auf eigene Berechnungen berichtet. Das Land setzt dem Bericht zufolge damit verstärkt auf eine sogenannte „asymmetrische Verteidigungsstrategie“ gegen China.

Die Berechnung der Nachrichtenagentur stützt sich nach eigenen Angaben auf Daten zum Waffenhandel, US-Exportgenehmigungen, Schätzungen von Verteidigungsexperten sowie Gespräche mit taiwanischen Regierungsvertretern. Das Rückgrat des Arsenals bilden demnach aus den USA gelieferte Harpoon-Raketen sowie im Inland produzierte Hsiung-Feng-Raketen.

Ziel sei es, Chinas zahlenmäßige Überlegenheit bei der Feuerkraft durch große Stückzahlen vergleichsweise günstiger, aber wirksamer Waffen auszugleichen. Dazu zählten neben den Raketen auch Drohnen zu Wasser und in der Luft sowie Flugkörper mit kürzerer Reichweite, erklärten aktuelle und ehemalige Offiziere des taiwanesischen Militärs laut Reuters.

Lehren aus Ukraine und Iran

Ou Sifu, der stellvertretende Leiter des Instituts für Nationale Verteidigung und Sicherheitsforschung in Taipeh, eines militärischen ThinkTanks, sprach von einer möglichen „Tötungszone“ in der Taiwanstraße. „Unser Ziel ist es, sie an der Landung und der Erfüllung ihrer Mission zu hindern, nicht jedes Schiff der Volksbefreiungsarmee, also des chinesischen Militärs, zu zerstören“, sagte Ou laut Reuters.

Vorbild seien laut Militärexperten die Erfolge der Ukraine gegen russische Schiffe im Schwarzen Meer sowie die anhaltende Fähigkeit des Irans, trotz US-israelischer Raketen- und Luftangriffe weiterhin Schiffe in der Straße von Hormus und andere regionale Ziele anzugreifen.

Harpoon-Raketen aus den USA

Zwei ranghohe taiwanische Regierungsvertreter erklärten gegenüber Reuters, dass bislang 450 Harpoon-Raketen des US-Herstellers Boeing geliefert wurden. Weitere 400 sollen aus einem 2020 unter der ersten Trump-Regierung genehmigten Vertrag im Wert von 2,4 Milliarden Dollar bis Ende März 2029 folgen. Einer der Beamten räumte ein, der Zeitplan könne sich bis 2030 verschieben.

Hinzu kommen laut Ou und zwei weiteren Quellen rund 1000 im Inland gefertigte Hsiung-Feng-Raketen. Zudem bemüht sich Taiwan um weitere Waffenlieferungen aus den USA. Nach Reuters-Angaben liegt derzeit ein neues Rüstungspaket im Umfang von bis zu 14 Milliarden US-Dollar zur Genehmigung durch US-Präsident Donald Trump vor.

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Ab Juli soll dem Bericht zufolge zudem ein neues Küstenkampfkommando die Radar-, Raketen- und Drohnensysteme der Insel bündeln. Ziel ist es, im Ernstfall eine chinesische Invasion möglichst lange aufzuhalten und Zeit für mögliche Unterstützung durch Verbündete zu gewinnen.

Verteidigungsministerium: Raketen „dezentral“ stationiert

Der pensionierte taiwanische Marineoffizier Yuster Yu erklärte laut Reuters, viele Anti-Schiffs-Raketen seien nach wie vor auf Kriegsschiffen und festen Bodenanlagen stationiert und damit anfällig für Präventivschläge. „Die Chinesen wissen, wo sie sich befinden“, sagte er demnach. Das Verteidigungsministerium Taiwans gab dem Bericht zufolge an, die vorhandenen Raketen seien „mobil und dezentral“ stationiert.

Peking betrachtet Taiwan als Teil seines Staatsgebiets und schließt eine gewaltsame Eingliederung nicht aus. Ein Sprecher des chinesischen Büros für Taiwan-Angelegenheiten des Staatsrats erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua im Mai, die „nationale Wiedervereinigung“ sei ein „unaufhaltsamer Trend“. Taiwan weist die Ansprüche zurück.

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